Vom Steak bis zum Smartphone: Wie unser Lebensstil Wasser verschlingt
Anlässlich des Weltwassertages am 22. März bezifferte die Verbraucherzentrale Bayern in einer Pressemitteilung den täglichen virtuellen Pro-Kopf-Wasserverbrauch mit durchschnittlich 7.200 Liter1.
Dabei handelt es sich um die gesamte Menge an Wasser, die für den Lebenszyklus eines Produktes bzw. einer Dienstleistung benötigt wird, z. B. für 1 kg Rindfleisch rund 15.500 Liter 2,1 kg Kaffeebohnen 22.530 Liter 3, 1 Kaffeekapsel rund 140 Liter 4. 1 kg Baumwolle 10.000 bis 20.000 Liter 5.
In den 7.200 Liter ist der virtuelle Wasserverbrauch durch die Nutzung digitaler Dienste und KI nicht berücksichtigt. Studien deuten an, dass der tatsächliche Wasserverbrauch durch KI-Systeme bis zu viermal höher ist als bisher angenommen.
Nicht nur die Nutzung, sondern auch Herstellung und Vertrieb neuer Hardware, deren Entwicklung durch neuere Technologien rasant voranschreitet, haben einen enormen Verbrauch, z. B. PC mit Monitor oder Laptop: rund 20.000-40.000 Liter 6, Smartphone: rund 1.300 Liter 7, die aktuelle Version von ChatGPT etwa 0,5 Liter Wasser8 für einen simplen Dialog mit 20 bis 50 Fragen und Antworten (aktuell nutzen jeden Monat etwa 100 Millionen Menschen die Software aktiv), Bitcoin-Transaktion: rund 16.000 Liter 9.
Die Produktion von Mikrochips verbraucht gigantische Mengen an Reinstwasser; ein einziger großer Chiphersteller liegt bei schätzungsweise 100 Millionen Litern Wasser pro Tag10, was dem Verbrauch einer Großstadt mit 300.000 Einwohnern entspricht. Auch der Bedarf der Rechenzentren von Tech-Giganten (Google, Microsoft, Amazon) ist extrem wasserintensiv. Große Rechenzentren verbrauchen bis zu 20 Millionen Liter Wasser am Tag11, 12, 13, 14.
Ein bewusster Konsum schont Wasserressourcen – nicht nur bei Nahrung, Kleidung und anderen Bedarfen, sondern auch beim Erwerb und der Nutzung digitaler Geräte. Regional und saisonal einkaufen, Fleischkonsum reduzieren, effiziente Geräte anschaffen und Mehrweg nutzen tragen erheblich zum Wassersparen bei. Das gilt auch für die Reduzierung des Bekleidungs- und digitalen Verbrauchs auf das Notwendige.
Persönliche Begegnungen statt Social-Media-Kommunikation können bereichernd sein.
Quellen:
1Verbraucherzentrale Bayern: Zum Weltwassertag – Pro Kopf werden täglich 7.200 Liter Wasser verbraucht.
Pressemitteilung 2025
2Heinrich-Böll-Stiftung: Wasser für Tiere – es geht um die Wurst. Artikel zu Wasserverbrauch von Fleisch, 2025
3 Chapagain, A. K.; Hoekstra, A. Y.: The water footprint of coffee and tea. Studie 2003
4 fluter.de (Bundeszentrale für politische Bildung): 140 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee. Artikel zu virtuellem Wasser
5 WWF Deutschland: Durstige Pflanzen – Wasserschlucker Landwirtschaft. Online-Beitrag zu Wasserverbrauch im Baumwollanbau
6Utopia: Riesen-Wasserfußabdruck beim Computer. Artikel zum Wasserverbrauch unserer Produkte
7 Berliner Wasserbetriebe / klassewasser.de: Wasserverbrauch bei der Herstellung eines Smartphones, Infoseite
8Campact: ChatGPT und der unsichtbare Wasserverbrauch. Blogbeitrag, 2023
9 Vrije Universiteit Amsterdam: AI’s Hidden Carbon and Water Footprint. Fachartikel zu KI und Bitcoin-Wasserverbrauch, 2025
10 Die Zeit: Ökobilanz der Chipindustrie – Intel, TSMC & Co. Artikel zu Wasserverbrauch von Chipfabriken, 2024
11 Shehabi et al.: The water use of data center workloads – A review and assessment of key determinants. Fachartikel 2025
12ComputerWeekly: Wie man den Wasserverbrauch von Rechenzentren nachhaltig verwaltet. Fachbeitrag
13LebensraumWasser: Rechenzentren boomen, während die Wasserrisiken steigen. Blogbeitrag
14YouTube: KI und Wasserkrise: Warum verbrauchen Rechenzentren zu viel Wasser? | Transformation der Wirtschaft. Video (ID: xhm0LuQD_bo)
Angelika Wollgarten

