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Schoko-Osterhasen immer teurer

Trotz sinkender Kakaopreise kosten die beliebten Süßigkeiten mehr. Das dürfte vielen Menschen beim Einkauf bitter aufstoßen. Wie reagieren Verbraucherinnen und Verbraucher darauf?

Den folgenden dpa-Artikel von Christian Rothenberg, erschienen in den Nürnberger Nachrichten vom 30. März 2026, hat Hannelore Täufer, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Haushaltsführungskräfte – Förderkreis in Bayern (AEH) gelesen und kommentiert:

„Idstein/Kilchberg – Verbraucher stehen in diesen Tagen im Supermarkt vor einem Rätsel. Schokolade ist zuletzt teilweise wieder etwas günstiger geworden, die Preise für Osterhasen sind allerdings kräftig gestiegen. Das zeigt eine Auswertung der Vergleichsapp Smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur. Verglichen wurden Produkte der großen Marken Lindt, Milka, Kinder und Ferrero. Sonderangebote und Eigenmarken wurden nicht berücksichtigt.

Das Ergebnis: Die Preise sind je nach Größe und Marke sieben bis 29 Prozent höher als vor einem Jahr. Auch der wohl bekannteste Schokohase der Nation von Lindt kostet mehr. Die 100-Gramm-Version legt im Vergleich mit März 2025 um 70 Cent (+16 Prozent) zu, die mit 50 Gramm um 50 Cent (+18 Prozent). Für ein Kilo Schokolade sind beim sogenannten Goldhasen hochgerechnet nun bis zu 65 Euro fällig.

Gestiegen sind auch die Preise bei Milka. Der 90 Gramm schwere Schmunzelhase kostet 60 Cent mehr als im Vorjahresmonat (+22 Prozent), der mit 45 Gramm 20 Cent (+12 Prozent). Die Produkte der bekannten Markenhersteller waren bereits im vergangenen Jahr teurer geworden. Im Vergleich zu 2024 liegen die Preise heute bis zu 44 Prozent höher.

Die Rohkakaopreise an den Börsen sind zuletzt wieder deutlich gesunken, weil in Westafrika mehr Kakao geerntet wurde. Der von der Internationalen Kakaoorganisation (ICCO) ermittelte Tagespreis lag in der vierten März-Woche bei etwa 2800 Euro pro Tonne – also etwa auf Vorkrisenniveau von 2023. Experten begründen dies auch mit der schwachen Nachfrage und rechnen sogar mit einem Überangebot. Supermärkte und Discounter haben kürzlich die Preise zahlreicher Eigenmarkenprodukte reduziert. Warum wurden die Schoko-Osterhasen trotzdem teurer?

Hersteller Lindt & Sprüngli teilt mit, dass Kakao langfristig eingekauft werde, um uneingeschränkte Verfügbarkeit zu gewährleisten. ‚Daher wird es einige Zeit dauern, bis wir die Auswirkungen niedrigerer Kakaopreise spüren werden.‘ Zudem weist das Unternehmen darauf hin, dass andere Kosten für Rohstoffe wie Nüsse und Verpackungen, weiter hoch seien. Um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten, seien ‚sorgfältig abgestimmte, marktspezifische Preiserhöhungen‘ nötig.

Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie wirken sich Rohpreisentwicklungen oft erst nach mehreren Monaten im Handel aus. Trotz sinkender Preise an der Börse zahlten viele Unternehmen ‚weiterhin die höheren Preise, die im Laufe des Jahres 2025 vereinbart wurden‘. Eine Anfrage an Milka-Hersteller Mondelez blieb unbeantwortet.

In den Vorjahren hat sich Schokolade stark verteuert. Wegen befürchteter Ernteausfälle in Westafrika durch Pflanzenkrankheiten und Extremwetter stieg der ICCO-Tagespreis 2024 zeitweise auf deutlich über 10.000 Euro pro Tonne. Hersteller und Händler gaben die gestiegenen Rohstoffkosten an Kunden weiter. Laut Statistischem Bundesamt war eine Tafel Schokolade im Januar 70 Prozent teurer als 2020, andere Schokoladenerzeugnisse 75 Prozent.

Die höheren Preise schrecken Verbraucher ab, sie griffen zuletzt seltener zu Schokolade. Laut einer You-Gov-Umfrage isst jeder Zweite deutlich oder etwas weniger als vor zwei Jahren, 39 Prozent etwa gleich viel, nur fünf Prozent mehr. Die Hersteller spüren die Kaufzurückhaltung. Ritter Sport schrieb 2025 trotz Umsatzwachstums rote Zahlen. Auch Lindt Sprüngli steigerte seine Erlöse dank höherer Preise und verkaufte weniger Schokolade. Dennoch macht das Unternehmen mehr Gewinn als im Vorjahr.

Laut dem Marktforscher NIQ sank die Zahl der verkauften Schokoladenwaren 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent, bei Weihnachtsschokolade hingegen um 12 Prozent. Knapp drei Viertel der Ware wurde im Sonderangebot gekauft – erheblich mehr als im Vorjahr. Im Frühjahr 2025 reagierten Verbraucher spürbar auf die Preissteigerungen. Im Ostergeschäft sank der Absatz bei saisonalen Schokoladenprodukten laut NIQ im Vergleich zu 2024 um elf Prozent.

Auch jetzt dürften Verbraucher wieder bevorzugt zugreifen, wenn die Produkte im Sonderangebot sind. In der Aktion gibt es den 100-Gramm-Hasen von Lindt derzeit teilweise schon für 2,22 Euro (statt 4,99 Euro), den 45-Gramm-Hasen von Milka für 1,11 Euro (statt 1,89 Euro).

‚Für den Handel bleibt der Schoko-Osterhase ein klassischer Frequenzbringer‘, sagt Handelsprofessor Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn. Die Marge werde vorübergehend geopfert, um Kunden in den Laden zu ziehen. ‚Marken können hohe Preise verlangen‘, sagt Kortum. Bekannte Hersteller hätten in den Vorjahren bei Schokolade, Kaffee oder Kosmetik überproportional die Preise erhöht. Lindt-Schokolade sei inzwischen teurer als hochwertiges Frischfleisch. Kortum sieht einen zunehmenden Wettbewerb der Luxusgüter. ‚Premium funktioniert, so lange der wahrgenommene Mehrwert klar höher ist als bei Alternativen‘.“

Persönliche Anmerkungen:
Wahrscheinlich haben Sie die wirklich deutlichen Preisreduzierungen z.B. beim Lindt-Osterhasen auch als aufmerksame Verbraucherin/ als aufmerksamer Verbraucher wahrgenommen – und wie ich geschmunzelt und gedacht: Diese Werbestrategie funktioniert doch immer wieder – aber nicht bei mir! Mehr Kilometer zu fahren, mehr Zeit um durch den Laden zu gehen und den Hasen zu finden und an der Kasse zu stehen - nein. Mein Prinzip, möglichst naheliegende Einkaufsmöglichkeiten zu nutzen, behalte ich bei.

Lindt hat ja nun – zugegeben – wirklich gute Schokolade. Ich bin jetzt eine eher seltene Schokoladenesserin. Und so denke ich – Schokolade ist Schokolade! Schokolade als Tafel und davon ein kleines Stück schmilzt im Mund doch viel besser als ein abgebrochenes Stück von einem Hasenohr!

Was mich doch verblüfft hat, z.B. bei Lindt: weniger Umsatz und mehr Gewinn. Auch die „befürchteten Ernteausfälle“(!) lassen doch nachdenken. In keiner Zeile werden die Kakaobauern erwähnt. Bei ihnen bleibt nun schon sehr lange die kleinste Einheit des „Kakaogewinns“ hängen. Also – warum nicht Fair-Trade-Tafeln auch zu Ostern kaufen…. oder zu Weihnachten.

Mein Tipp: Wenn Sie Schokolade kaufen, genießen Sie diese! Lassen Sie bitte die Schokolade im Munde zergehen, nicht beißen! Genussverlust! Lieber immer wieder ein kleines Stück im Mund schmelzen lassen, sich hinsetzen, die Augen schließen – und alle Aromen und das Zerschmelzen erleben. Sie werden sicher ruhiger, gelassener, zufriedener werden, aber nur, wenn Sie die Schokolade in Ruhe genießen. Viel Spaß dabei!

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