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Ein Blick auf Bayerns „Blauen Kurfürsten“ – 300 Jahre Kurfürst Max Emanuel

Bei der Veranstaltung des Deutschen Evangelischen Frauenbundes, Ortsverband München, am 14. April referierte Bettina Marquis, Historikerin und Vorsitzende des Ortsverbandes, über das Leben und Wirken von Kurfürst Max Emanuel - einer der prägendsten, aber auch widersprüchlichsten Herrscher Bayerns.

In ihrer Präsentation wies sie auf die aktuelle Ausstellung im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt hin, die Max Emanuel und seine Zeit ausführlich und eindrucksvoll beleuchtet.

Kurfürst Maximilian II. Emanuel (1662–1726), oft Max Emanuel oder der „Blaue Kurfürst“ genannt, war eine der prägendsten Herrscherfiguren des bayerischen Barocks. Nach drei Schwestern wurde er als ältester Sohn des Kurfürsten Ferdinand Maria und Henriette Adelheid in München geboren. Sein Leben vereinte militärischen Ruhm, politische Ambitionen und eine tiefgreifende kulturelle Gestaltung Bayerns. Die Referentin berichtete von der großen Verschwendungssucht des Kurfürsten, der Bayern nach seinem Tode verarmt und mit vielen Schulden zurückließ.

Sein Ruf als Feldherr gründet sich vor allem auf seine Rolle im Großen Türkenkrieg. Bereits mit 17 Jahren machte er sich durch die erfolgreiche Erstürmung Belgrads 1688 einen Namen.

Politisch verfolgte er ehrgeizige Ziele und strebte nach größerem Einfluss in Europa. Sein Bündnis mit Frankreich im Spanischen Erbfolgekrieg führte jedoch zur Niederlage Bayerns und zwang ihn zehn Jahre ins Exil in die Niederlande und nach Brüssel. Nach Kriegsende konnte er zurückkehren und seine Herrschaft fortsetzen.

Kulturell prägte Max Emanuel Bayern nachhaltig: Er war ein großer Bauherr und Kunstförderer. Unter ihm entstanden oder wurden erweitert: Schloss Nymphenburg, die Schleißheimer Schlossanlage, Schloss Fürstenried und weitere repräsentative Bauten.

Im Anschluss an dem Vortrag und der Präsentation entwickelte sich eine angeregte Diskussion über seine Rolle in der europäischen Politik, seine Visionen für Bayern und die negativen wie positiven Spuren, die er hinterlassen hat. Nach dem Vortrag beschlossen die anwesenden Frauen die Schlossanlage in Schleißheim im Frühsommer mit Bettina Marquis zu besichtigen, um dort einen Eindruck über die Baukunst und das Leben des „Blauen Kurfürsten“ zu bekommen.

Maren Puls (mit KI)

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