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Chance auf ein zweites Leben

Ortsverband: Oberland |

Ortsverband Oberland besuchte die Greifvogel-Auffangstation Otterfing

Anfang August lud der Ortsverband Oberland zum Besuch der „Auffang- und Pflegestation für Greifvögel und Eulen“ in Otterfing ein. Die Gruppe informierte sich bei Stationsleiter Alfred Aigner über den wichtigen Beitrag zum Artenschutz, den diese ehrenamtlich geführte Einrichtung leistet: Jahr für Jahr werden hier weit über 100 verletzte oder verwaiste Greifvögel und Eulen aufgenommen, versorgt und gepflegt. Ziel ist immer, sie wieder in die Natur zurückzuführen, was bei etwa zwei Dritteln der Vögel auch gelingt. Aus dem gesamten südlichen Oberbayern werden Vögel hierher gebracht. Die Hälfte der verletzten Tiere sind Opfer allein des Straßen- und Schienenverkehrs. Andere sind z. B. an Stromleitungen, Fensterscheiben oder Stacheldraht zu Schaden gekommen oder durch Hagelschlag in den Unwettern des diesjährigen Sommers.

Die Auffangstation arbeitet mit einer auf Vögel spezialisierten Fachtierärztin zusammen, die die medizinische Betreuung sicherstellt und auch komplizierte Operationen vornimmt, damit gebrochene Flügel wieder belastbar zusammenwachsen können. Manche Vögel sind jedoch so schwer verletzt, dass sie von ihrem Leid erlöst werden müssen. Die Station finanziert sich durch Betriebskostenzuschüsse mehrerer Institutionen auf kommunaler und Landkreisebene, ist aber darüber hinaus auf Spenden angewiesen. Im Durchschnitt belaufen sich die Aufwendungen pro Vogel auf ca. 80 €.

Alfred Aigner und seine Mitstreiterin Natalie Simmeth führten vor, wie ein Sperber mit verletztem Schnabel mehrmals täglich mit der Pinzette gefüttert werden muss. Zum Schutz vor seinen scharfen Klauen wickeln die Helfer das Tier zuvor stets in ein Tuch ein, was es bereitwillig über sich ergehen lässt. Ein Turmfalke, der sich schon wieder gut erholt hatte, durfte an einer Lockschnur kurze Flüge von ein paar Metern Distanz unternehmen – jeweils zu einer behandschuhten Hand mit leckeren Fleischstückchen. Diese Flüge dienen dazu zu prüfen, wie gut der Vogel seine Flugfähigkeit bereits wiedererlangt hat. Auch aus unserer Gruppe konnten sich Freiwillige den Handschuh überstreifen und erleben, wie der kleine Falke zielstrebig angeflogen kam und sich auf der Hand niederließ. Zwei imposante Steppenadler wurden uns vorgestellt, die hier in der Auffangstation geschlüpft sind. Ihre Eltern sind nach Verletzungen dauerhaft nicht mehr in der Lage, selbst zu jagen. Sie sind bereits seit längerem in der Otterfinger Station in einer großen Voliere untergebracht und werden weiter in der Station bleiben. Die Jungvögel dagegen gewöhnt man behutsam an das selbstständige Leben und Jagen in Freiheit. Zu gegebener Zeit sollen sie in Gebirgsnähe ausgewildert werden.

Für drei Turmfalken war der Tag gekommen, an dem sie aus der Station entlassen werden sollten. Herr Aigner beringte die Vögel noch, damit wieder eingefangene oder tot aufgefundene Tiere identifiziert werden können. So lässt sich unter anderem nachverfolgen, welche Wege die Vögel nehmen, welche Entfernungen sie zurücklegen und wie alt sie werden.

Schließlich zeigte Alfred Aigner, der sich bereits seit über 35 Jahren um hilfebedürftige Greifvögel kümmert, wie ein solcher Falke freigelassen wird: „Einfach nehmen und in die Luft werfen!“ Nachdem der erste Turmfalke aus seinen Händen aufgeflogen war, ermunterte Herr Aigner eine Interessierte aus der Besuchergruppe, einem der anderen Falken auf gleiche Art die Freiheit zu schenken. „Die Beine mit der einen Hand umfassen, die andere Hand um die Flügel und – hochwerfen!“ Der kleine Falke flatterte auf, erhob sich weiter in die Luft und flog einem neuen Leben entgegen. Später kreiste er hoch über uns. „Ein großartiges Gefühl, einem so wunderbaren Tier die Freiheit wiedergeben zu dürfen – das macht mich ganz glücklich!“, strahlte unsere Teilnehmerin. Dieser Turmfalke, der hier die Chance für ein zweites Leben bekommen hat, hat laut Alfred Aigner durchschnittlich noch 7 Jahre vor sich, in denen ein Falkenpärchen geschätzte 70.000 Mäuse fängt.

Beeindruckt von ihrer Arbeit, die von viel Idealismus getragen wird, verabschiedeten wir uns von Herrn Aigner und Frau Simmeth. Mit einer kleinen finanziellen Unterstützung für die Station dankten wir ihnen für den informativen Vormittag und wünschten ihnen weiterhin viel Erfolg mit ihren Schützlingen.

Kontaktdaten:
Alfred Aigner, Betreiber der Auffang- und Pflegestation für Greifvögel & Eulen, Bergham 100, 83624 Otterfing, Tel.: 08104-9636, Mobil: 0170-4405586

Dagmar Herrmann

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© D.Herrmann

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