Nachruf auf Gisela Stübing
Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nimmt der Deutsche Evangelische Frauenbund, Landesverband Bayern und sein Ortsverband Oberland Abschied von Gisela Stübing.
Nur wenige Tage nach ihrem 74. Geburtstag durfte sie am 20. März 2026 nach kurzer, schwerer Krankheit in Gottes Frieden heimgehen. Ihr plötzlicher Tod reißt eine Lücke auch in den Deutschen Evangelischen Frauenbund, die sich nicht einfach schließen lässt.
Gisela Stübing war im Jahr 2017 Gründungsmitglied des DEF-Ortsverbands Oberland. Von 2017 bis 2021 war sie Zweite Vorsitzende, seit 2021 leitete sie den Ortsverband als Erste Vorsitzende. Ihr Engagement trug maßgeblich dazu bei, dass aus einer Idee eine lebendige Gemeinschaft von Frauen wurde.
Bereits 2016/2017 gehörte Gisela Stübing zu den Frauen, die aus dem Singkreis der Kirchengemeinde Holzkirchen heraus Erwachsenenbildung in Sauerlach ermöglichen wollten. Sie setzte sich von Anfang an dafür ein, auch finanziell weniger gut gestellten Frauen Teilhabe an Bildungsveranstaltungen zu ermöglichen. Um organisatorisch unabhängig von kirchengemeindlichen Strukturen und doch evangelisch geprägt zu bleiben, half sie bei der Gründung des Ortsverbands Oberland und übernahm Verantwortung in der Vorstandschaft.
Gisela Stübing brachte viele Ideen in die Programmplanung ein und organisierte im Wechsel die monatlichen Treffen. Ihr Schwerpunkt lag bei Veranstaltungen zu Kultur und Literatur, die sie stets mit einer Prise Humor bereicherte. Auch an den Online-Veranstaltungen des Landesverbands, etwa dem Online-Literatursalon, nahm sie regelmäßig teil, nicht nur als interessierte Leserin, sondern auch als Referentin. Dankbar denke ich an ihren Buchvorstellungen in den letzten Jahren, letztmalig im Oktober zurück.
Besonders am Herzen lag ihr das Taufsöckchen-Projekt, das der Evangelische Frauenbund vom Katholischen Frauenbund übernahm. Für die Holzkirchner Kirchengemeinde betreute Gisela dieses Projekt mit viel Herzblut; es weitete sich aber auch auf die Kirchengemeinden Miesbach und Neuhaus aus. Mit großem Engagement leitete sie das DEF-Strickcafé in Holzkirchen, sodass jedem Täufling ein Paar Söckchen überreicht werden kann. Dieses Projekt wird der Ortsverband in ihrem Sinne weiterführen.
Gisela Stübing vertrat die Belange des Frauenbundes innerhalb der Kirchengemeinde und sorgte dafür, dass deren Termine im Gemeindekalender sichtbar und beworben wurden. Regelmäßig nahm sie als Vertreterin des Ortsverbands Oberland an den Veranstaltungen des Landesverbands teil, darunter die Landesverbandstagungen mit Mitgliederversammlung und der Informationstag der Evangelischen Frauen in Bayern in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.
Gisela Stübing war eine Frau, die Verantwortung übernahm, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Ihre Ideen waren klug, ihr Humor wohltuend, ihr Einsatz beständig. Selbst in Zeiten, in denen sie schwer erkrankt war, dachte sie an den Frauenbund und plante weiter. Anfang Februar 2026 kündigte sie an, sie werde längerfristig ausfallen. Dankenswerterweise fanden sich im Ortsverband Frauen, die gemeinsam das vorgesehene Programm in ihrem Sinne durch.
Ihr - für uns plötzlicher - Tod hat uns tief erschüttert.
Der Deutsche Evangelischen Frauenbund Landesverband Bayern und sein Ortsverband Oberland danken Gisela Stübing für ihre unermüdliche ehrenamtliche Arbeit, ihre Herzlichkeit und ihre Zuverlässigkeit. Sie hat den Ortsverband geprägt, Projekte ins Leben gerufen und Menschen zusammengebracht. Ihr Wirken wird weiterleben in den Veranstaltungen, im Strickcafé und in den Taufsöckchen, die künftig an viele kleine Füße übergeben werden.
Wir werden Gisela Stübing ein ehrendes Andenken bewahren.
Katharina Geiger

