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Medienbildung muss über die Schulzeit hinaus gedacht werden. Evangelische Arbeitsgemeinschaft Medien (EAM) begrüßt GMK‑Ergebnisse

Das Deutsche Kinderhilfswerk und die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) haben Mitte September die Ergebnisse einer aktuellen Mitgliederbefragung vorgestellt – mit einem deutlichen Befund: Medienbildung an Schulen erhält weiterhin ein schlechtes Zeugnis. Rund 90 Prozent der befragten Fachkräfte bewerten die derzeitige Situation als schlecht oder sehr schlecht. Fehlende medienpädagogische Qualifikation, mangelnde curriculare Verankerung, unzureichende Ressourcen und eine projektförmige Finanzierung prägen vielerorts den Alltag.

Die beiden Verbände fordern deshalb eine bundesweite Offensive für schulische Medienbildung. Mindestens 800 Millionen Euro jährlich seien notwendig, um medienpädagogische Fachkräfte an Schulen einzusetzen, Schulsozialarbeit zu qualifizieren und multiprofessionelle Teams aufzubauen, die gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern tragfähige Medienkonzepte entwickeln. Eine gesetzliche Grundlage analog zur Schulsozialarbeit sei dafür unerlässlich.

Auch die GMK-Mitgliederumfrage zeigt klar: Medienbildung hängt zu oft vom Engagement Einzelner ab. Zwei Drittel der Befragten sprechen sich dafür aus, dass Medienpädagoginnen und Medienpädagogen die Hauptverantwortung tragen sollten. Gleichzeitig betonen sie, dass alle Berufsgruppen an Schule – ebenso wie Eltern – über medienpädagogische Kompetenzen verfügen müssen. Nur so könne den wachsenden Herausforderungen begegnet werden, die sich aus einer sich rasant verändernden digitalen Welt ergeben.

Die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hatte bereits im Juni empfohlen, dass jede Schule über mindestens eine medienpädagogisch qualifizierte Ansprechperson verfügen soll. Diese solle Schülerinnen und Schüler bei belastenden medienbezogenen Fragen unterstützen und Lehrkräfte entlasten.

Die EAM unterstützt die Forderungen – und ergänzt eine zentrale Perspektive: Die Vorsitzende Sabine Jörk betont: „Wir unterstützen die Forderungen von GMK und Deutschem Kinderhilfswerk ausdrücklich. Gleichzeitig sehen wir die Notwendigkeit, Medienbildung nicht auf die Schulzeit zu begrenzen. Medienkompetenz ist eine lebenslange Aufgabe. Die Medienwelt entwickelt sich rasant weiter – damit verändern sich auch Herausforderungen, Probleme und Chancen. Gute Medienbildung muss deshalb alle Generationen erreichen und Menschen befähigen, souverän, kritisch und kreativ mit digitalen Medien umzugehen.“

Als evangelischer Frauenverband, der sich seit Jahrzehnten für lebenslanges Lernen einsetzt, begrüßt die EAM daher besonders die Forderung nach einer strukturellen, nicht projektförmigen Bildungsoffensive. Medienpädagogische Expertise müsse in allen Bildungsinstitutionen gestärkt werden – in Schulen, Familien, Freizeiteinrichtungen und der Erwachsenenbildung.

Im Idealzustand, so die GMK, ist Medienbildung ein verbindlicher, fächerübergreifender Bestandteil des Schulalltags und zugleich ein eigenständiges Fach in ausgewählten Jahrgangsstufen. Dafür braucht es fair bezahlte medienpädagogische Stellen, qualifizierte Lehrkräfte und verlässliche Rahmenbedingungen.

Die EAM schließt sich dieser Einschätzung an: Medienbildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – und sie endet nicht mit dem Schulabschluss.

Katharina Geiger

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