Heimische Superfoods – Regional essen, nachhaltig leben
Der Schwerpunkt unserer AEH-Arbeit im Jahr 2027 wird das Thema „heimische Superfoods“ sein. Warum wir uns ausgerechnet dieses Thema für das kommende Jahr ausgesucht haben? Es passt hervorragend zu den Themen unserer hauswirtschaftlichen Agenda:
- Nachhaltigkeit im täglichen Leben und Handeln
- Unterstützung für hiesige Erzeuger
Wir wollen ja mit unserer Arbeit Möglichkeiten aufzeigen, bewusst nachhaltig zu leben und zu handeln. Dies ist uns als AEH seit Jahren sehr wichtig. Sie erinnern sich? Informationen zum Energie sparen, rund um Kleidung - von der Faser bis zur Entsorgung, was geschieht mit dem Inhalt des „Gelben Sackes“, und wie trenne ich wirklich richtig? Oder: Wie vermeide ich Lebensmittel wegzuschmeißen? Und: Ist nachhaltiges Waschen möglich? Dies ist nur ein kleiner Rückblick. Eine genauere Betrachtung zum Thema Superfood ist also nur logisch. Und klar legen wir den Fokus auf „heimisches“ Superfood.
Aber was ist eigentlich Superfood?
Als Superfood gelten Lebensmittel, die besonders nährstoffreich sind. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitaminen, Mineralstoffen, Antioxidantien oder anderen Vitalstoffen sind sie besonders gesund.
Superfood und Klimawandel
Sicher fallen Ihnen bei Superfood sofort Chiasamen, Gojibeeren und Cashewnüsse ein. Durch den Klimawandel können mittlerweile bereits Kichererbsen, Soja, Quinoa, Melone und Pastinaken in unseren Breiten angebaut werden. Unsere ursprünglichen heimischen Lebensmittel, die auch zum Superfood gehören sind u.a. Haselnüsse, Walnüsse, Sonnenblumen, verschiedenster Kohl und Hagebutten. Und wie schön ist es, dass jetzt gerade junge Menschen sich wieder für Schrebergärten und Selbstversorgung auf dem Balkon begeistern. Auch Haltbarmachungsarten wie Fermentieren sind voll im Trend. Unser Weißkraut, durch Fermentierung zu Sauerkraut gewandelt, ist das beste Beispiel für heimisches Superfood.
Heimisch – kurze Lieferketten und hohe Standards
„Heimisch“ bedeutet für mich in diesem Zusammenhang durchaus: Lebensmittel aus Deutschland. Das ist deshalb so wichtig, weil heimische Lebensmittel sich durch relativ kurze Wege, Standards in der Herstellung und Verarbeitung der Lebensmittel auszeichnen. Allerdings heißt dies nicht, dass diese Lebensmittel billiger sind. Die Arbeit unserer Bauern muss sich rechnen. Oft leben zwei oder gar drei Familien als Vollerwerbsbauern von der Arbeit eines einzigen Hofes. Geht ein Bauer neue Wege durch den Anbau von Soja, Kichererbsen oder Quinoa, gibt es Rückschläge durch Wettereinflüsse oder falsche Sortenauswahl. Die Kosten für Fuhrpark, Energie, Saatgut und das das tägliche Leben müssen aber weiterbezahlt werden. Wir erleben es gerade, wie schwierig die Lage bei den Medikamenten oder bei der Kleidung ist. Alles wird in Asien produziert. Dort gibt es billige Arbeitskräfte, es kostet fast nichts, die Produkte mehrmals um den Globus zu transportieren. Die Abhängigkeit ist allerdings fatal. Wollen wir das auch bei unserer Versorgung mit Lebensmitteln? Jedes Jahr geben viele Vollerwerbsbauern ihre Höfe auf. Da stehen wir als Verbraucherinnen und Verbraucher in der Verantwortung. Wollen wir hochwertige Lebensmittel, so darf das nicht am Preis scheitern!
Bewusst einkaufen
Lieber kaufen wir bewusst ein, achten auf hiesige Produkte, zahlen etwas mehr dafür und unterstützen damit regionale Produzenten. Bewusst einkaufen heißt hier auch, nur den tatsächlichen Bedarf einzukaufen, also das, was ich wirklich zeitnah verarbeiten kann. So gleicht sich ein höherer Preis schnell aus – und nachhaltiges Handeln und Leben wird Wirklichkeit. Gekaufte Produkte, im Vorratsschrank vergessen oder im Kühlschrank weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum „gelagert“ und im Müll entsorgt, könnte schnell der Vergangenheit angehören.
Superfood bedeutet ja ein Mehr an gesunden Inhaltsstoffen als die üblichen Lebensmittel. Dieser Aspekt lenkt die Aufmerksamkeit auf das Nachdenken und Überprüfen unserer Auswahl der täglichen Lebensmittel, der Zusammensetzung unseres täglichen Speiseplanes. Das scheint mir sehr wichtig. Oft schleifen sich Gewohnheiten ein, die nicht Grundlage einer gesunden Ernährung sind.
Digitale Angebote zum Them
Zum Thema Superfood wird es von unserer Seite 2027 zwei digitale Veranstaltungen geben:
- Im April 2027 informiert Doris Wunder-Galliwoda zu „Superfood – regional – Obst/Gemüse/Nüsse/Gewürze“
- Im Mai schließt sich der zweite Teil an zum Thema Getreide und Hülsenfrüchte. Hier werde ich meine zusammengetragenen Informationen an Sie weitergeben.
Zusätzlich wird das Pappenheim-Seminar am 10. und 11. September 2027 dazu dienen, sich sehr umfassend mit dem Thema zu beschäftigen.
Wir als AEH würden uns freuen, wenn wir Sie bei der einen oder anderen Veranstaltung begrüßen könnten, digital oder beim Pappenheim-Seminar. Falls es nicht klappt und Sie nach dem Lesen des Artikels über das Thema „heimische Superfoods“ nachdenken, ist der erste Schritt jedenfalls auch schon getan.
Hannelore Täufer

