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Der Olympiasommer in München

Ortsverband: München |

Ein wahrhaft olympischer Sommer war das für uns in München, vielleicht durch die Fernsehübertragungen und eine überwiegend günstige Presse auch im ganzen Land.

50 Jahre Olympische Sommerspiele in München mit der Austragung von gleich neun Europameisterschaften zu feiern, mit Sportstätten in der ganzen Stadt, war ein echter Glücksgriff. Genau das richtige in Zeiten von Inflation und Lebensmittelteuerung, Sorgen um Gas und Heizungskosten, den Ukrainekrieg und Putin, den man als Ursache und Schuldigen schon fast wieder vergessen hat. Da mal was durchweg Positives und Leichtes, das war so schön! Sogar das Wetter hat mitgespielt, prächtigster Hochsommer bei nur zwei Tagen Regen, über den sich dann auch alle gefreut haben.

Das aktuelle Sportfest war genau richtig und eine schöne Draufgabe für die vielen Erinnerungen an die Olympiade 1972. Diese wurden auch im DEF Ortsverband München ausgetauscht, wo Dr. Bettina Marquis, vor dem diesjährigen Sommerfest im Garten des Hauses am Kufsteiner Platz einen Vortrag zum Thema hielt und auch die Teilnehmerinnen ein paar eigene Erinnerungen beitrugen. Leider musste die Referentin gegen den brandenden Verkehr anreden, was das Verständnis doch erschwerte. Es wurde mehrfach der Wunsch nach einer Wiederholung der Veranstaltung vielleicht im Winter und im Saal geäußert.

Also Olympia 1972: Wir staunen heute, wie sagenhaft modern die Spiele waren, in der bewunderten Architektur des gläsernen Zeltdachs und aller Sportstätten, des Olympiadorfs. Die Grafiken, die Plakate, die Piktogramme. Die herausgeputzte und frisch gestrichene Stadt. Es wird allgemein in der Presse und den Medien stark betont, wie anders und heiter man sein wollte, als der gelebte Gegenentwurf zu den Olympischen Spielen, die Hitler und das Dritte Reich 1936 in Berlin pompös in Szene gesetzt hatten. Also in München galt bunt als Regel, farbenfroh, und ein schönes Völkerfest machte nach heutigem Sprachgebrauch Internationalität zum Erlebnis (Event). Dazu der neue Park, und die großen heute würde man sagen Infrastrukturmaßnahmen in der Stadt, vor allem die S-und U-Bahn und die Fußgängerzone. Wir sind mit diesen Dingen großgeworden und haben sie ganz selbstverständlich in Gebrauch. München ist durch die Spiele von 1972 modern geworden und ganz Deutschland konnte sich so zeigen. Natürlich nur der Westen, die BRD, denn die DDR war ja nicht mitgemeint, wenn auch der in den Medaillenrängen erfolgreichere Teil.

Die Politik hat diese heiteren Spiele gesprengt: Das Olympiaattentat palästinensischer Terroristen auf die israelische Olympiamannschaft war der Schock, der Einschnitt, das Ende der heiteren Spiele, wie Bundeskanzler Willy Brandt sagte. Keine Erinnerung an die Spiele ohne das Leid der Ermordeten und ihrer Familien. Das Trauma des Anschlags und der Morde an den israelischen Sportlern und der so überaus blamabel gescheiterten Rettungsaktionen ist über die Jahrzehnte verschleppt und bis heute nicht gründlich aufgearbeitet worden. Es ging mehr darum, Schuld und Mitschuld abzuweisen als einzugestehen. Aber erst durch die ehrliche Entschuldigung ist Versöhnung möglich, wenn sie denn angenommen wird. So hat sich das Leiden, der Schaden und der Unfrieden über die Jahrzehnte verlängert und die Tat schmerzt immer noch. Die Familien der Opfer werden deshalb die offizielle Gedenkfeier am 5. September 2022 boykottieren. München ist auf immer nicht nur der Ort der modernen Olympiade, sondern auch der Ermordung der elf israelischen Sportlerinnen und Sportler, eines großen internationalen Terroranschlags.

Gold für Deutschland, große Heldinnen und Helden: Der Turner Eberhard Gienger, aber auch der „Spatz von Minsk“ Olga Korbut, die sieben Goldmedaillen zum Reinbeißen und auf der Brust von Mark Spitz, dem amerikanischen Superstar, dem die beginnende Vermarktung seiner Erfolge sogar noch vorgeschmissen wurde. Heute droht die olympische Idee und der Sport insgesamt an einem Übermaß davon zu ersticken. Gold durch den Speerwerfer Klaus Wolfermann, die ganz junge Ulrike Meyfarth im Hochsprung und die 4 x 100 m Staffel der Frauen mit Annegret Richter. Und der Riesensatz zum Gold im Weitsprung mit Heide Rosendahl, mit den Ringelsocken. Sie wurden Mode genau wie die Stars & Stripes-Badehose von Mark Spitz, und Heide Rosendahl ist im Deutschen Fernsehen eine gern gesehene Sprecherin für den Sport bis auf den heutigen Tag.

Und dieser Tage gab es also wieder gab es Gold Gold Gold!  zu rufen und spannende, von uns und anderen gewonnene Wettkämpfe zu sehen. „O wie schön!“, sangen die Leute im Stadion, „So was hat man lange nicht gesehn, so schön, so schön!“ Stimmt. Die Stimmung im Olympiapark war phänomenal. Picknick, Leute, die sich am Olympiaberg oder –see lagern. Fast wie 1972. Ein Fest des Sports in der ganzen Stadt. Sogleich kam die Forderung auf, München hätte doch bewiesen, wie nachhaltiger Spitzensport zu organisieren geht. Olympische Sommerspiele in München? Brauchen wir nicht, hatten wir schon, und zwar mit diesem Sommer der Euro Championships und 50 Jahre Olympiade in München gleich zweimal.

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