Auf den Spuren vergessener Münchnerinnen
Am Dienstag, den 13. Oktober 2026, trafen sich 10 Teilnehmerinnen auf dem Frauenplatz in München und begaben sich anschließend auf eine besondere Entdeckungsreise durch die Münchner Altstadt. Unter dem Titel „Auf den Spuren vergessener Münchnerinnen in der Altstadt“ führte die Historikerin und Autorin Adelheid Schmidt-Thomé die Gruppe zu Orten, an denen Frauen Geschichte geschrieben haben, deren Wirken heute jedoch oft wenig sichtbar ist.
Bereits zu Beginn wurde deutlich, wie stark das Münchner Stadtbild von männlichen Persönlichkeiten geprägt ist. Denkmäler, Brunnen, Straßennamen und historische Erinnerungsorte erzählen überwiegend die Geschichte von Männern. Der Rundgang setzte hier bewusst einen Gegenakzent und rückte Frauen in den Mittelpunkt, die das gesellschaftliche, religiöse und politische Leben Münchens mitgestaltet haben.
Adelheid Schmidt-Thomé berichtete in anschaulichen Erzählungen und Lebensgeschichten von den Beginen (Mitglieder religiöser Laiengemeinschaften), Sie sprach von Clementine von Braunmühl, Monika Mann, Maria Anna Lindmayr (Visionärin, Ordensfrau und Retterin Münchens) und weiteren bemerkenswerten Frauenpersönlichkeiten. Die Teilnehmerinnen erfuhren, welche Rolle Frauen in kirchlichen Zusammenhängen spielten, welche Verbindungen zur Dreifaltigkeitskirche (Maria Anna Lindmayr) und zur Theatinerkirche (Caroline von Bayern) bestehen und weshalb das traditionsreiche Luitpoldcafé auch als Ort demokratischer Entwicklungen betrachtet werden kann. Das Luitpoldcafé/Luitpoldblock wurde als eines der sieben Demokratieorte in Bayern ernannt. Caroline von Bayern wurde vor 250 Jahre geboren. Sie trug wesentlich zur Entstehung einer protestantischen Gemeinde in München bei. Münchens erste Königin starb am 13. November 1841 und wurde in der Münchner Theatinerkirche beigesetzt.
Besonders beeindruckend war die Art, wie historische Zusammenhänge lebendig wurden. An den jeweiligen Orten verband die Referentin biografische Einblicke mit sozial- und kulturgeschichtlichen Hintergründen. Dadurch entstand ein neues Verständnis für die Leistungen von Frauen, die oft im Schatten offizieller Geschichtsschreibung standen.
Der Spaziergang zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Erinnerungskultur ist und wie viele weibliche Lebensgeschichten noch darauf warten, entdeckt und weitererzählt zu werden.
Der Deutsche Evangelische Frauenbund dankt Adelheid Schmidt-Thomé herzlich für die informative und inspirierende Führung, die Geschichte sichtbar machte und zugleich einen wichtigen Beitrag zur Würdigung des Wirkens von Frauen in München leistete.
Maren Puls (mit KI geschrieben)


