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Zwei Ausstellungen, ein besonderer Ort: Der Ortsverband München in der Monacensia

Am 4. August besuchte der Ortsverband München des Deutschen Evangelischen Frauenbundes die Monacensia im Hildebrandhaus. Zehn Personen machten sich gemeinsam auf den Weg, um – trotz großer Hitze - zwei Ausstellungen zu erkunden und die Geschichte eines besonderen Münchner Ortes lebendig werden zu lassen. 

Der Studiengang begann mit einem kleinen Spaziergang entlang des Isarhochufers. Der Weg führte zur Villa in der Maria-Theresia-Straße 23, die der Bildhauer Adolf von Hildebrand in der Prinzregentenzeit als Atelier- und Wohnhaus errichten ließ. Heute ist sie Sitz der Monacensia, des Literaturarchivs der Stadt München – ein Ort, der Kunst, Geschichte und Literatur miteinander verbindet. 

Die Gruppe besuchte zwei Ausstellungen, die das Hildebrandhaus und seine Umgebung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten:

  • Die Ausstellung „Maria Theresia 23 – Biografie einer Münchner Geschichte“ stellt die Frage: „Hat ein Haus eine Biografie?“ Sie zeigt, wie die Villa und das Stadtviertel Bogenhausen über Jahrzehnte hinweg geprägt wurden und selbst zu erzählenden Erinnerungsorten wurden. Das Hildebrandhaus wurde um 1900 vom Bildhauer Adolf von Hildebrand als Wohn‑ und Atelierhaus erbaut. Hildebrand war ein bedeutender Künstler der Prinzregentenzeit und prägte die Münchner Kunstszene. Das Haus blieb lange im Familienbesitz und ist bis heute mit der Familie verbunden – unter anderem durch Stephan Sattler, einen Nachfahren Hildebrands und Ehemann von Rachel Salamander, deren Archiv seit 2022 in der Monacensia beheimatet ist.
  • Die Ausstellung „Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv“, die das außergewöhnliche Wirken der Publizistin und Gründerin der Literaturhandlung würdigt. Im Mittelpunkt steht das umfangreiche Archiv Salamander, das Rachel Salamander im Jahr 2022 der Stadt München schenkte. Über vier Jahrzehnte hat sie eine einzigartige Sammlung zur jüdischen Literatur, Kultur und Zeitgeschichte aufgebaut – mit Dokumenten, Fotos, Briefen, Gästebüchern sowie mehr als 30.000 Minuten Audio- und Videomaterial. Das Archiv gilt als Schlüsselbestand zur Geistesgeschichte jüdischer Literatur und zur Realität jüdischen Lebens in Deutschland nach 1945.

Zum Abschluss bot der idyllische Garten des Hildebrandhauses einen stimmungsvollen Rahmen, um den Nachmittag im Café Lev mit erfrischenden Getränken und anregenden Gesprächen ausklingen zu lassen.

Maren Puls

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