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30 Jahre Wiedervereinigung

DEF |

Am 03. Oktober 2020 feiern wir 30 Jahre Wiedervereinigung. Ein Grund darüber nachzudenken, was in diesen 30 Jahren geschehen ist.

Nachdenklich macht, dass wir noch immer von den 5 neuen Bundesländern sprechen. Es gibt noch immer die Teilung, “wir im Westen, die im Osten“, obwohl inzwischen eine ganze Generation herangewachsen ist, die die Teilung nicht mehr kennen gelernt hat. Und doch fühlen sich manche von den jungen Menschen als Bürger zweiter Klasse gegenüber ihren „westlichen“ Mitbürgern. 30 Jahre reichen nicht aus, alle Unterschiede, die in 45 Jahren Diktatur aufgebaut wurden, wieder abzubauen. Mauern und Grenzzäune lassen sich leichter einreißen als die Mauern in den Köpfen. Begegnungen und Gedankenaustausch müssen weiter verstärkt werden. 

In der ersten Zeit gab es eine große Wanderbewegung von Ost nach West, wegen der attraktiveren Arbeitsplätze. Vor allem Frauen waren die Mutigeren und haben die Initiative ergriffen und sich neue Chancen erobert. Inzwischen gibt es im Osten neue Start-Ups, die junge Menschen wieder zurück in die „neuen Bundesländer“ locken.  

Der Bundesverband hatte 2014 eine Tagung veranstaltet „Frauen in Ost und West“. Da haben wir erlebt, wie selbstbewusst Frauen aus dem Osten aufgetreten sind. Sie hatten eine größere Selbstsicherheit, da sie finanziell nicht von einem Mann abhängig waren. Die Berufstätigkeit der Frauen war selbstverständlich. Für Kinderbetreuung war gesorgt. Das dahinter eine ideologische Ausrichtung steckte, war allen klar, aber immerhin nahm diese Betreuung den Druck von den Familien. Die Gleichberechtigung war vom Staat her gewollt, aber dennoch blieb im familiären Umfeld auch im Osten die Familienarbeit an den Frauen hängen. In diesem Punkt unterschieden und unterscheiden sich die Verhältnisse bis heute nicht.                                                                                                                                          

Diese Tagung hat uns gezeigt, wie wichtig das gemeinsame Gespräch ist. Nicht nur übereinander sprechen, sondern miteinander. Nur so können Vorurteile ausgeräumt werden und Verständnis füreinander entwickelt werden. Unterschiedliche Lebensentwürfe können miteinander diskutiert werden und gewürdigt werden.   

Die Menschen waren 1989 für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen. Demokratie erfordert gleiche Chancen für alle Menschen. Daher ist eine paritätische Aufteilung der Berufs- Familien und politischen Arbeit notwendig. Dafür sollten wir uns als Frauen in Ost und West und in ganz Europa einsetzen.     

Inge Gehlert,
Landesvorsitzende

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© Foto: pixabay.com

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