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Zeig mir Dein Europa!

DEF |

Selten haben wir dem Ergebnis einer Wahl so entgegengefiebert wie in diesem Jahr bei der Stichwahl des französischen Präsidenten. Mitten im Krieg gegen die Ukraine eine europafeindliche, russlandfreundliche Präsidentin im Nachbarland Frankreich zu haben, war der Albtraum aller engagierten Europäerinnen und Europäer.

Dass Macron gesiegt hat, stärkt die EU und erleichtert die gemeinsame Abwehr gerade auch der psychologischen Kriegsführung Russlands. Durch Desinformationen, Falschinformationen und Drohungen versucht Russland die geeinte Front gegen ihn aufzuweichen. Das soll und darf nicht gelingen.

Wenn wir die Verfolgung der Opposition und die Unterdrückung der freien Presse und Meinungsäußerungen in Russland sehen, dann wollen wir uns gar nicht vorstellen, wie es bei einem Sieg Russlands in der Ukraine dort aussehen würde. Daher ist die europäische Geschlossenheit, aber auch das Bewusstsein jedes einzelnen Menschen über die Wichtigkeit der europäischen Einigung erforderlich. Dies kann nur mit einer freien Presse und dem Recht auf freie Meinungsäußerung in allen Staaten der EU gelingen.

Darum sollten wir in diesem Jahr den 9. Mai als den Europatag ganz bewusst feiern.

Auf den 9. Mai datiert man den Beginn der Europäischen Einigung. Nur fünf Jahre nach Beendigung des 2. Weltkriegs in Europa - am 8. Mai 1945 kapitulierte Deutschland gegenüber den Alliierten - hielt Robert Schumann am 9. Mai 1950 seine Rede zur Begründung eines überstaatlichen, europäischen Zusammenschlusses für die Kohle- und Stahl-Industrie. Frieden und Völkerverständigung, kultureller Austausch und Freizügigkeit in Hinsicht auf Leben, Studium und Arbeit sind große Errungenschaften der heutigen EU.

Deswegen wurde beim Gipfeltreffen 1985 in Mailand der 9. Mai zum Feiertag der Union erklärt, und er wird heute europaweit mit verschiedenen Festlichkeiten begangen. Im Bewusstsein der Bevölkerung ist dieser Tag nicht verankert. Die öffentlichen Gebäude werden beflaggt und die Bediensteten der Europäischen Union haben einen Feiertag. Leider ist er kein nationaler oder europaweiter Feiertag.

Das Motto des diesjährigen Europatags lautet: „Zeig mir Dein Europa!“

Es richtet sich vor allem an die Jugend Europas, aber auch wir Ältere können sehr viel dazu beitragen. Wir sind die erste Generation, die die Möglichkeit des europaweiten Studiums nutzen konnte, arbeiten und leben in dem Land, wo sich die besten Chancen bieten, reisen ohne Grenzen und dank des Euro auch ohne Geldumtausch.

Jugend für Europa - Europa für die Jugend. Die jungen Menschen werden sich nur für den europäischen Gedanken begeistern lassen, wenn Europa ihnen einen Nutzen bringt. Sie sind aufgewachsen mit dem Gefühl, dass die Welt oder zumindest Europa ihnen offensteht.

Eine Gruppe, die sich die Jungen Europäischen Föderalisten nennt, hat ihre Ziele und Wünsche formuliert:  Europa ist für uns alle allgegenwärtig. Wir sind eine Generation, die die Vorzüge der europäischen Union uneingeschränkt genießen kann. Wir als Junge Europäische Föderalisten (JEF) wollen mit jungen Menschen ein friedliches, demokratisches, vielfältiges, solidarisches, und subsidiäres Europa erleben und gestalten, denn nur wenn wir als Generation von Europa überzeugt sind und europäische Vielfalt leben, sind wir in der Lage, eine gemeinsame europäische Zukunft zu gestalten. Die JEF Passau sind eine politische Hochschulgruppe, die über aktuelle europapolitische Themen diskutiert sowie politische Vorträge und Diskussionsrunden veranstaltet. Wir haben eine enge Partnerschaft mit der JEF Prag und dank unserer föderalen Strukturen kann man sich bei den JEF auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene engagieren und mit unserer Reiseförderung viele Städte in der ganzen EU entdecken.

Das sind hoffnungsvolle Anzeichen, dass die Jugend sich aktiv in den europäischen Prozess einbringen will. Sie wird Forderungen an die Politik, national und EU-weit stellen, damit der demokratische Aufbau eines gemeinsamen föderalen Europas Gestalt annehmen kann. Solidarität und Subsidiarität sind dabei zwei wichtige Stichworte.

Solidarität verlangt angehend gleichwertige Lebensverhältnisse in jedem Mitgliedsstaat und gemeinsame Unterstützung bei Krisen und Notlagen. Daran fehlt es gerade bei der Flüchtlingsfrage in den Ländern Italien, Griechenland und auch Spanien. Obwohl auch diese Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten kommen, erhalten sie nicht die Unterstützung, die jetzt Ukraine-Flüchtlingen gewährt wird. Hier zu einer gemeinsamen menschenwürdigen Lösung der Probleme beizutragen, würde allen europäischen Ländern gut anstehen.

Subsidiarität heißt, dass wir nicht die gesamte Gesetzgebung nach Brüssel auslagern, sondern so weit wie möglich und es sinnvoll ist, die nationale Gesetzgebung Vorrang hat. Aber das darf nicht dazu führen, dass gemeinsame Forschungsvorhaben an nationalen Gesetzen scheitern. Studienabschlüsse sollten möglichst allgemein anerkannt werden. Junge Menschen heutzutage sind sehr flexibel. Sie machen ihren Bachelor-Abschluss in einem Land und gehen für den Master in das nächste Europäische Land. Sie finden ihren Partner, ihre Partnerin unter ihren Mitstudierenden und ziehen dann weiter, wo sie gute Arbeitsbedingungen finden. Die Familien werden internationaler und damit wächst auch die Sprachfähigkeit. Gibt es etwas Schöneres, als wenn ich mich auch im Nachbarland sicher und gut verständigen kann?

Zeig mir Dein Europa! Diese Aufforderung geht an die Schulen und die Hochschulen. In Kurzvideos sollen sie ein Statement zu Europa abgeben. In Projekttagen an den Schulen soll Europa thematisiert werden. In Nürnberg ist am 21. Mai ein Europatag, wo der Schwerpunkt auf der europäischen Forschungsallianz liegt. Es geht um die Herausforderungen des Klimawandels, der Energiegewinnung und Speicherung und um die Medizintechnik.

Europa ist aber auch musikalisch. Am 9. Mai können sie fünf Stunden Musik über YouTube sehen und hören. Frankreich, das gerade die Ratspräsidentschaft innehat, hat dies organisiert und wird es ausstrahlen.

Zeig mir Dein Europa!  - Welche Antwort geben Sie?

Ihre
Inge Gehlert
Verwaltungsratsvorsitzende

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© Foto: pixabay.com

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