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Wie will ich leben, wenn ich älter bin: „Nicht allein, nicht im Heim und nicht bei den Kindern ?“

Ortsverband: Altdorf |

Lore Seifert berichtet über die Entstehung moderner Beginenhöfe

Bei dem Treffen des Ev. Frauenbundes Altdorf ging es um die Frage, ob Frauen heute neue Wohnformen brauchen angesichts der Tatsache, dass ca. 30 % der Frauen über 65 Jahre (aber nur 7 % der Männer dieser Altersgruppe) alleine wohnen und dass viele Alleinerziehende Berufstätigkeit und Kindererziehung miteinander verbinden müssen, oft aber keine Unterstützung durch ihre Familie haben. Viele Ältere wollen nicht alleine leben, sie wünschen sich den Kontakt zu kleineren Kindern und sie wären oft bereit, die Alleinerziehenden und deren Kinder mit Verständnis und kleinen Hilfen zu begleiten. In den neuen Frauenwohnprojekten soll die Möglichkeit gegeben werden, dass alleinlebende und alleinerziehende Frauen zusammen wohnen.

Lore Seifert, eine der Gründerinnen des 2005 entstandenen Beginenhofes in Schwerte (südlich von Dortmund), berichtete über die neuen Frauenwohnprojekte in Nordrheinwestfalen, die sich an der Idee der mittelalterlichen Beginenhöfe orientieren. Ende des Mittelalters waren in den Städten und auf dem Land durch Kreuzzüge, durch Pestepidemien und viele Kriege ein Frauenüberschuss entstanden; viele Frauen, die nicht heiraten konnten, verließen ihre Familien und wanderten in die wachsenden Städte in den Niederlanden, Flandern oder am Rhein. Dort schlossen sie sich zu eigenständigen Frauengruppen zusammen – jedoch ohne die lebenslang geltenden Gelübde der Nonnen. Sie lebten in den Städten im Schutz der neuen Beginenhöfe und sorgten für ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit durch handwerkliche Tätigkeiten (Spinnen, Weben, Kerzenziehen) oder durch soziale Hilfen in den Familien. Diese für unverheiratete Frauen neue Lebensform fand großes Interesse: so lebten 1243 in Köln in verschiedenen Beginenkonventen  2.000 Beginen, das waren ca. 6,5 % der Gesamtbevölkerung.

In den modernen Beginenhöfen leben jeweils 15-30 Frauen der verschiedenen Altersgruppen; sie wohnen in kleinen abgeschlossenen Wohnungen, dazu gehört auch ein Gemeinschaftsraum für gemeinsame Veranstaltungen, dessen Miete von allen finanziert werden muss. Es geht bei den neuen Beginenhöfen nicht um Eigentumswohnungen, sondern weitgehend um sozialen Wohnungsbau.

Der Frauengruppe in Schwerte gelang es, einen Dortmunder Investor zu finden, der in einer Schwerter Öko-Siedlung das erste Beginenhofprojekt in NRW mit 13 Wohnungen baute (davon 8 für Alleinlebende und 5 für Alleinerziehende mit Kindern).

Lore Seifert berichtete von den Vorteilen des Zusammenlebens, die viele Kontakte zwischen den älteren und auch den Kindern ermöglichen, aber auch über die Schwierigkeiten, zu gemeinsamen Vorstellungen und Aktionen zu finden

In der anschließenden Diskussion forderten verschiedene Teilnehmerinnen,  es müsse mehr Möglichkeiten geben, damit nicht mehr berufstätige, aber aktive Frauen  miteinander, aber auch mit jüngeren Familienfrauen und ihren Kindern  Kontakte finden und sich gegenseitig unterstützen. Wichtig war allen, dass Begegnungsmöglichkeiten und Eigenständigkeit zusammenpassen.

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© C.Seichter

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