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Von der Blüte ins Glas – wie Honig entsteht

Frauenfrühstück im Ortsverband Ansbach

Trotz Kälte und Wind der „Eisheiligen“ ließen es sich zahlreiche Gäste nicht nehmen, der Frühstücks-Einladung des Deutschen Evangelischen Frauenbundes, Ortsverband Ansbach am 12. Mai 2026 zu folgen. Dr. Gabriele Kucher begrüßte die Anwesenden und fand einleitende Worte zu den Eisheiligen und deren Bedeutung.

Es wurde ein mit Liebe zusammengestelltes Frühstück angeboten, das mit großer Freude angenommen wurde. Wie immer, ergaben sich nette Gespräche.

 Der Titel des Vortrages verrät es – es folgte ein „süßer, interessanter Vortrag“, den Norbert Hauer, Imker aus Burgoberbach, sehr lebendig anhand von Anschauungsmaterial an der Leinwand zum Besten gab.

Wenn im Frühling die ersten Obstbäume blühen und Wiesen in bunten Farben leuchten, beginnt für die Honigbienen die wichtigste Zeit des Jahres. Für uns Menschen ist Honig ein süßer Brotaufstrich – für die Bienen jedoch ein überlebenswichtiger Vorrat. Der Weg „von der Blüte zum Honig“ ist eine erstaunliche Gemeinschaftsleistung tausender Bienen und ein faszinierender Einblick in die Arbeit der Imkerei.

Die Suche nach Nektar
Sobald die Temperaturen über etwa 12 Grad steigen, verlassen die Sammelbienen den Bienenstock auf der Suche nach Nahrung. Besonders attraktiv sind blühende Obstbäume, Rapsfelder, Linden oder Wildblumenwiesen. In den Blüten befindet sich der Nektar – eine zuckerhaltige Flüssigkeit, die Pflanzen produzieren, um Insekten anzulocken.

Mit ihrem langen Saugrüssel nehmen die Bienen den Nektar auf und speichern ihn in ihrer sogenannten „Honigblase“. Eine einzelne Biene besucht dabei oft mehrere hundert Blüten pro Flug. Für ein einziges Glas Honig müssen Bienen zusammen mehrere Millionen Blüten anfliegen und eine Strecke zurücklegen, die mehrfach um die Erde reichen könnte.

Zurück im Stock übergibt die Sammelbiene den Nektar an Stockbienen. Diese beginnen sofort mit der Verarbeitung. Durch Enzyme wird der Nektar chemisch verändert: Aus Rohrzucker entstehen Frucht- und Traubenzucker. Gleichzeitig reduzieren die Bienen den Wassergehalt des Nektars.

Damit aus dünnflüssigem Nektar haltbarer Honig wird, muss viel Wasser verdunsten. Dazu verteilen die Bienen den Nektar in den Wabenzellen und erzeugen mit ihren Flügeln einen ständigen Luftstrom. Erst wenn der Wassergehalt niedrig genug ist, wird die Wabe mit einer dünnen Wachsschicht verschlossen – der Honig ist reif.

Die Arbeit des Imkers
Hier beginnt die Arbeit des Imkers. Er kontrolliert regelmäßig die Bienenvölker und achtet darauf, dass die Bienen gesund bleiben. Während der Honigernte entnimmt er nur die Waben, die vollständig verdeckelt sind. So wird sichergestellt, dass der Honig reif und lange haltbar ist.

Die Waben werden anschließend „entdeckelt“ – also von der Wachsschicht befreit – und in eine Honigschleuder gestellt. Durch schnelle Drehbewegungen wird der Honig aus den Waben geschleudert. Danach wird er gesiebt, damit kleine Wachsreste entfernt werden.

Je nach Sorte wird der Honig anschließend gerührt oder direkt abgefüllt. Cremiger Honig entsteht durch regelmäßiges Rühren während der Kristallisation, flüssiger Honig bleibt meist naturbelassen.

Honig ist nicht gleich Honig
Die Farbe und der Geschmack des Honigs hängen stark davon ab, welche Pflanzen die Bienen besucht haben. Rapshonig ist hell und mild, Waldhonig dunkel und kräftig, Lindenhonig oft leicht minzig. Jede Sorte erzählt gewissermaßen die Geschichte ihrer Landschaft.

Die Bedeutung der Bienen
Honig ist jedoch nur ein Teil ihrer Leistung. Bienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern der Pflanzenwelt. Viele Obst- und Gemüsesorten wären ohne ihre Bestäubung kaum möglich. Imker leisten deshalb nicht nur einen Beitrag zur Honigproduktion, sondern auch zum Erhalt unserer Natur und Artenvielfalt.

Die Entstehung von Honig ist ein kleines Wunder der Natur.Tausende Bienen arbeiten perfekt zusammen, sammeln Nektar, verarbeiten ihn und schaffen daraus eines der ältesten Naturprodukte der Menschheit. Der Imker begleitet diesen Prozess mit Erfahrung und Sorgfalt. Wer das nächste Mal ein Glas Honig öffnet, hält also nicht nur ein Lebensmittel in der Hand, sondern das Ergebnis unzähliger Blütenbesuche und beeindruckender Teamarbeit im Bienenstock.

Ein Kurzfilm über die Entstehung des Honigs rundete den Vortrag ab.

Zu guter Letzt hatte der Referent noch verschiedene Honigsorten zur Verkostung mitgebracht und beantwortete ausführlich und geduldig alle Fragen rund um den Honig und die Bienen. Das süße Produkt konnte auch für zuhause käuflich erworben werden.

Angelika Kolb

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