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Versuchung auf Kosten der Kunden Verbraucherzentrale: Milka Alpenmilch ist „Mogelpackung des Jahres“

Den folgenden epd-Artikel, erschienen in den Nürnberger Nachrichten vom 22. Januar 2026, hat Hannelore Täufer, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Haushaltsführungskräfte – Förderkreis in Bayern (AEH) gelesen und kommentiert:

„Hamburg – Verbraucherinnen und Verbrauchen haben die Milka Alpenmilch Schokolade zur ‚Mogelpackung des Jahres 2025‘ gewählt: Zwei Drittel der über 34.700 abgegebenen Stimmen (66,7 Prozent) entfielen auf die Schokoladentafel des Konzerns Mondelez.

Noch nie in der zwölfjährigen Geschichte der Wahl erreichte ein Produkt einen derart hohen Stimmenanteil, wie die Verbraucherzentrale Hamburg am Mittwoch (Anm.: 21.1.2026) mitteilte. Auf Platz zwei folgt die Käse-Streusel Backmischung von Dr. Oetker (22,1 Prozent) und auf Platz drei das XXL Schoko Hafer-Müsli von Kölln (5,9 Prozent).

Laut Verbraucherzentrale ist die Schokoladentafel Alpenmilch der Marke Milka Anfang 2025 um zehn Gramm unmerklich dünner und gleichzeitig teurer geworden. Der Preis sei von 1,49 Euro auf 1,99 Euro gestiegen, das entspreche einer Preiserhöhung von über 48 Prozent. Auch andere Schokoladensorten von Milka seien betroffen.

Mit dem Abstimmungsergebnis hätten sich Verbraucherinnen und Verbraucher ‚ihren Ärger mit großer Deutlichkeit Luft gemacht‘, erklärte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Die Verbraucherzentrale Hamburg ruft jährlich zur Wahl der ‚Mogelpackung des Jahres‘ auf. Mit dem Negativpreis sei der Fall Milka noch nicht beendet: Im April treffen Mondelez Deutschland und die Verbraucherzentrale Hamburg vor dem Landesgericht Bremen aufeinander. Dort werde geklärt, ob bei der Füllmengenreduzierung auch im juristischen Sinne eine Täuschung vorliege, hieß es.

Um versteckte Preiserhöhungen einzudämmen, sieht die Verbraucherzentrale Hamburg politischen Handlungsbedarf: ‚Die Politik ist aufgefordert, endlich für echte Preiswahrheit im Supermarkt zu sorgen‘, fordert Valet.“

Zwei persönliche Anmerkungen:

  1. Haben wir Glück, dass es eine Verbraucherzentrale gibt, die sich um die Anliegen der Verbraucherinnen und Verbraucher kümmert. (Die AEH ist in Bayern übrigens Gründungsmitglied der bayerischen Verbraucherzentrale!)
  2. Die Masche „gleiche Größe, aber weniger drin zum gleichen Preis“ und auch mit einem „neuen Format weniger Inhalt für gleiches Geld“ ist nicht neu.  In einem Newsletter vor ca. 1 ½ Jahren wurde schon einmal darüber berichtet.  Aber kleineres Format und eine deftige Preissteigerung ist schon heftig.
  3. Dass Preissteigerungen bei Schokolade anstehen, wurde über die Presse kommuniziert. Steigende Transportkosten und schlechtere Kakaobohnenernten wurden mitgeteilt. Dass die Arbeitenden auf den Kakaoplantagen aber immer noch sehr schlecht bezahlt werden und dort in unwürdigen Umständen leben, war sehr, sehr selten zu lesen. Schokolade war und ist eben doch ein „Luxusgut“, welches bitte mit Genuss verzehrt werden sollte. Nebenbei, Schokoladentafeln gibt es erst seit 150 Jahren!
  4. Zurück zur Arbeit der Verbraucherzentralen. Über die Arbeit der Verbraucherzentralen können Sie sich im Netz informieren. Es wartet ein breites Angebot auf Sie. Manches ist kostenlos, viele Angebote gibt es für einen überschaubaren Betrag. Hilfreich sind die Angebote der Verbraucherzentralen, wenn es um wirklich große Maßnahmen oder Geldbeträge geht. Hier bieten die Verbraucherzentralen Hilfestellungen für Verbraucherinnen und Verbraucher um sich einen Überblick zu allen Möglichkeiten zu schaffen und die eigene Entscheidung leichter zu gestalten.
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