Ostergruß
von Johanna Beyer, Verwaltungsratsvorsitzende des Deutschen Evangelischen Frauenbundes, Landesverband Bayern e.V.
Liebe Frauen,
ich wünsche ihnen allen ein gesegnetes, ein frohes Osterfest!
Wir sehnen uns nach Ostern, nach Licht und Wärme, nach Neuanfang - nach dem Ende der Passionszeit, dem Ende von Schrecken und Verzweiflung, von Trauer und Traurigkeit. Das macht Ostern sichtbar, auch angesichts einer Weltlage, die zum Klagen Anlass gibt. Ostern ist ein von der Ewigen ausgerufenes „trotzdem“. Ostern verkörpert den Aufbruch, der Licht ins Dunkle bringt, indem der Stein vom Grab weggerollt wird.
Und wer hat Licht ans Grab und alles weitere in Bewegung gebracht? Es waren Frauen.
Daran erinnert Märta Wilhelmsson:
Vorbotinnen
Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen:
Frauen waren es, die als erste die Osterbotschaft
verkündeten – die unglaubliche!
Frauen waren es, die zu den Jüngern eilten,
die atemlos und verstört die größte aller Nachrichten weitersagten:
Er lebt!
Stellt euch vor, die Frauen hätten
in den Kirchen Schweigen bewahrt!
Märta Wilhelmsson, Wer wälzt uns den Stein?
Chr. Kaiser Verlag, München 1992
Und erleben wir nicht gerade einen neuen Frauenaufbruch, der anklagt und die Würde der Frauen einklagt. Wird nicht im Zusammenhang mit der Osterbotschaft beklagt, dass Frauen zwar die ersten waren, die die Osterbotschaft weitergetragen haben, ihnen dies aber lange Zeit keine einflussreiche Rolle in den Kirchen gegeben hat und sie bis heute um Gleichstellung kämpfen.
Einen österlichen Aufbruch wünsche ich auch dem Deutschen Evangelischen Frauenbund, dass die gute Nachricht weitergetragen wird. Wir sind eine christliche Gemeinschaft, die Frauen in den Mittepunkt stellt, ihre Belange und ihre Talente würdigt und zur Entfaltung bringen lässt. Wir können etwas bewirken und lassen gerne viele Frauen daran teilhaben.
In diesem Sinne frohe Festtage und einen österlichen Aufbruch.
Ihre Johanna Beyer

