Neue Energie im Ortsverband München: Junge Gruppe am Kufsteiner Platz etabliert
Im Ortsverband München des Deutschen Evangelischen Frauenbundes (DEF) ist eine neue Gruppe junger Frauen entstanden – überwiegend Mieterinnen aus dem Haus am Kufsteiner Platz 1. Sie steht beispielhaft für das Prinzip „Dem Wandel eine Chance geben“: Frauen entwickeln eigene Ideen, übernehmen Verantwortung und gestalten ein Programm, das zu ihrem Leben passt. Der bestehende Ortsverbands-Vorstand hat sich bewusst aus dem Prozess herausgehalten, um Selbstwirksamkeit zu ermöglichen.
Den Anstoß gab die Hausmutter Sigrid Fernando, die viele Gespräche mit den jüngeren Frauen führte: über Engagement, gegenseitige Unterstützung und Frauenthemen. Sie organisierte den ersten Präsenztermin am 11. Februar 2026, bei dem Themen gesammelt und sichtbar gemacht wurden. Daraus bildeten sich Untergruppen, die jeweils von eigenen „Kümmerinnen“ getragen werden. Ein späterer Lernmoment: Ziele und Folgetermine sollten gleich zu Beginn festgelegt werden – das wurde versäumt und erschwerte am Anfang die Strukturierung.
Am 23. Juli wählte die Gruppe zwei Sprecherinnen, Anna Berko und Eva Kimmerl. Die Themenpalette zeigt die Vielfalt der Interessen: Lebensmittelrettung, Sperrmüllhilfe, Buchclub, gemeinsame Unternehmungen wie Theater oder Wanderungen, Yogakurs, Erste-Hilfe-Kurs, Stammzellenspende, Vorträge zu Finanzen für Frauen sowie generationenübergreifende Gespräche über das Frausein. Die Hausmutter übernahm die Untergruppe „Frauen und Finanzen“, weil das Thema den jungen Frauen wichtig war, aber niemand sich die Leitung zutraute.
Die Gruppendynamik ist offen und lebendig: Neue kommen dazu, andere ziehen sich zurück. Es gibt keine Altersgrenze – mitmachen kann, wer sich jung genug fühlt. Die Kommunikation läuft über WhatsApp, wo Termine, Abstimmungen und Listen eigenständig organisiert werden. Ein regelmäßiges gemeinsames Treffen – einmal im Monat - soll eine gewisse Stabilität schaffen.
Zentral ist die Rolle der Möglichmacherin: Sie ist Teil der Gruppe, aber keine Leitung. Sie motiviert, stärkt den Zusammenhalt, unterstützt bei Rückschlägen, wirbt neue Mitglieder und erinnert an zugesagte Aufgaben. Außerdem bringt sie die Angebote des Verbandes ein, etwa günstige Vorträge. Ihre Aufgabe ist es, Räume zu öffnen, damit die jungen Frauen sie selbst gestalten können.
Die Münchner Gruppe zeigt, wie junge Frauen Verantwortung übernehmen, eigene Themen setzen – für sich selbst, für andere und für den DEF.
Katharina Geiger

