Skip to main content

Nachruf auf Roswitha Schneider

Roswitha Schneider, die Mitbegründerin und langjährige Vorsitzende des Ortsverbandes Puchheim verstarb plötzlich und unerwartet am 23. Oktober 2026. Sie war eine engagierte und zugewandte Frau, die sich mit großer Hingabe für die evangelische Kirchengemeinde Puchheim, die Ökumene, die Bildung und den DEF einsetzte. Im Ortsverband brachte sie ihre vielfältigen Interessen ein und gestaltete Veranstaltungen, die viele Frauen aus Puchheim und Umgebung bereicherten. Als überzeugte Protestantin im Sinne der Reformation war Bildung für sie ein zentrales Anliegen. Ebenso wichtig war ihr ein bewusst gelebter christlicher Glaube. So unterstützte sie das Evangelische Bildungswerk und prägte ökumenische Angebote, besonders die liebevoll gestalteten Gottesdienste zum Weltgebetstag, die vielen in Erinnerung bleiben werden.

Auch als ihr persönlicher Radius durch die Krankheit ihres Mannes und später durch ihre eigene eingeschränkt wurde, blieb sie offen, interessiert und dankbar. Die digitalen Angebote des Landesverbands seit der Corona-Zeit ermöglichten ihr weiterhin die Teilnahme am Verbandsleben. Mit Freude und wachem Interesse war sie bei Literaturvorstellungen, Haushalts- und Nachhaltigkeitsthemen dabei. Ihre fröhliche Ausstrahlung ließ kaum erahnen, wie schwer sie erkrankt war. Umso dankbarer war sie, ihren 80. Geburtstag im August noch mit ihrer Familie feiern zu können. Dass ihr Tod so plötzlich kommen würde, traf viele unerwartet.

Über ihr Engagement vor Ort hinaus arbeitete Roswitha Schneider aktiv im Vorstandsrat des DEF-Landesverbands mit. Als Vorsitzende eines kleinen, aber sehr lebendigen Ortsverbands brachte sie wertvolle Erfahrungen ein und konnte die Herausforderungen ehrenamtlicher Arbeit ebenso vermitteln wie die schönen Momente. Bürokratische Hürden meisterte sie souverän, und auch der Umgang mit digitalen Medien war für sie keine Last, sondern eine Aufgabe, der sie sich mutig stellte.

Auf Studienfahrten des Landesverbands lernten viele sie und ihren Mann als kluge, humorvolle und warmherzige Begleiter kennen. Sie teilten ihr Wissen bereitwillig – nie belehrend, sondern charmant und mit feinem Humor. Zahlreiche Andachten in den DEF-Andachtsheften tragen ihre Handschrift. Ihre letzte Andacht über den Monatslosung November, im September 2025 verfasst, ist im Andachtsheft 2026 nachzulesen. Darin spricht sie von ihrer Hoffnung auf Frieden und ihrem Vertrauen in Gottes heilsame Gegenwart. Ein Wort Dietrich Bonhoeffers begleitete sie: Wer Gottes Segen empfangen hat, soll selbst ein Segen sein.

Für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz wurde Roswitha Schneider mit der Ehrenmedaille der Stadt Puchheim ausgezeichnet. Der DEF-Landesverband trauert mit ihren Angehörigen und den Mitgliedern des Ortsverbands Puchheim, die ihre langjährige Vorsitzende verloren haben. Zugleich hoffen wir, dass ihr Vermächtnis Kraft schenkt, die Arbeit im Sinne von Roswitha Schneider weiterzuführen.

Sie bleibt uns ein Vorbild für gelebten Glauben, für die Stärkung von Frauen, für die Bedeutung von Bildung und für ein hoffnungsvolles Vertrauen auf Gott – gerade in schweren Zeiten. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

Inge Gehlert

Menü