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Hauswirtschaftliche Bildung warum – jetzt?!

AEH |

In vielen Gesprächen mit Menschen unterschied­lichen Alters, aber mit jungem Alter besonders, stelle ich immer größer werdende Lücken der hauswirt­schaftlichen Bildung fest. Vielleicht haben Sie auch schon diese Feststellung gemacht? Im Fernsehen wird gekocht, gebacken, die Werbung verspricht Wunder­dinge beim Putzen und Waschen. Doch die grund­legenden Informationen und die richtige Umsetzung findet nicht mehr statt.

Da bin ich beim Einkaufen und erlebe eine Mutter mit fast erwachsener Tochter beim Einkauf von Kartoffeln. Gut, beide stellen fest, es gibt ja verschiedene Sorten. Aber die Mutter kann der Tochter nicht sagen, wofür die Kartoffeln - mehlig-festkochend oder vorwiegend festkochend oder festkochend - jeweils geeignet sind. Bitte, das ist nicht der erhobene Finger zur Mutter/Frau, weil sie es nicht weiß. Sie hat es halt auch nicht gelernt, sprich von irgendjemandem erzählt bekom­men. Ähnliches gilt für Gemüse-, Fisch-, Fleisch- oder Geflügelfonds. Sündhaft teuer stehen die Gläser im Regal und wären einfach durch Kochen der minder­wertigeren Teile selbst herzustellen. Kostet etwas Planung und Arbeit, kann aber fast nebenher ge­schehen. Weitere Beispiele: die vielen vorgefertigten Plätzchenteige oder Kartoffeln, geschält im Glas!

Weiter könnte ich auf die vielen Putz- und Wasch­mittel hinweisen. Alle werden fleißig genutzt, dann bitte noch Weichspüler am Schluss, weil es nur so gut duftet. Gleiches gilt für Haarshampoo, hinterher braucht es natürlich eine Haarkur. Wie sehr unsere Umwelt durch die vielen Zusatzstoffe belastet wird - damit das Waschpulver nicht klumpt und sich Cremes und Gels geschmeidig anfühlen - ich mag es gar nicht weiter ausführen. Es mangelt an hauswirt­schaftlichem Wissen und Können. Nur damit kann Werbung Paroli geboten werden, nur damit können wir umweltbewusst einkaufen, Nahrung zubereiten, putzen und waschen – kurz nachhaltig leben und die Schöpfung bewahren. Hauswirtschaft ist eben mehr als nur Kochen!!

Die Gründe des Vergessens sind vielfältig. Bequem­lichkeit mit Geld bezahlt, in vielen Fällen eben nicht mehr so „haushalten müssen“ - was sich in den letzten Jahren wieder umkehrt! Durch Berufstätigkeit Zeit für andere Wünsche als die „lästige“, weil täglich wiederkehrende Arbeit im Haushalt zu haben. Haus­wirtschaft kann jede/r ist die landläufige Meinung - immer noch - und Frauen wissen sowieso, wie es geht - sonst sind sie eben keine „richtige“ Mutter/Ehefrau oder gar Frau! Pauschalurteile begegnen uns im hauswirtschaftlichen Bereich vermehrt – weil es eben der Alltag ist.

Solides hauswirtschaftliches Wissen und Können muss erlernt werden. Wie ein PC sich nur mit solidem Wissen effektiv bedienen lässt, was niemand bestrei­tet, genauso ist es mit der Hauswirtschaft. Fragt sich jetzt nur wo? Über YouTube im Ansatz, in den Schulen nur noch verpflichtend in der 7. Jahrgangsstufe der Mittelschulen, Volkshochschulkurse helfen weiter. Mein Wunschtraum wäre: in den Familien unterstützt bereits ab Kindergarten über alle Schularten hinweg bis in die 10. Klassen und viele Angebote für Familien. Dazu braucht es politischen Willen, einen Topf, aus dem das bezahlt wird, und die Personen, die dieses Wissen und Können haben und es gegen gerechte Bezahlung weitergeben.

Gerne würde ich mit Ihnen das Thema „Effektive hauswirtschaftliche Bildung“ diskutieren. Schreiben Sie an den DEF/an die AEH Ihre Sicht des Themas. Vielleicht haben Sie auch eine Lösung? Kommen wir ins Gespräch.

Hannelore Täufer

Zu erreichen unter
hannelore.taeufer@web.de oder unter
info@def-bayern.de

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Frage Essen, Quelle: Gerd Altmann auf pixaybay

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