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Gedanken zum Monat Dezember

DEF |

Jetzt haben wir den letzten Monat des Jahres erreicht, Dezember. Das hat etwas mit der zehn zu tun und damit auch mit unserem Dezimalsystem. Unsere Maße und Gewichte und auch unser Geld richten sich nach dem Dezimalsystem.

Für mich ein relativ gutes System, um damit irgendwelche Rechengänge zu vollziehen. Wer die verwirrende Vielfalt in Großbritannien und USA kennt, weiß wie kompliziert es ist mit Pounds, das aber nur 450 Gramm hat, und Ounces, aber auch Pints and Gallons zu rechnen. In der Schule haben wir auch mit der englischen Währung rechnen müssen, 12 Pennies waren 1 Schilling und 20 Schilling waren 1 Pfund. 21 Schilling ergaben aber 1 Guinea. Und die Briten sind glücklich, dass sie jetzt nach vollzogenem Brexit zu ihren Maßen und Gewichten zurückkehren dürfen. Meilen, Foot, Inch und Yard haben sie nie aufgegeben, ebenso wenig wie die Temperatur, die in Fahrenheit und nicht in Celsius gerechnet wird. „Splendid Isolation“.

Aber auch bei uns lässt sich nicht alles in das Dezimalsystem pressen. Stunden und Minuten haben den Rhythmus von 60 Einheiten, Tage und Wochen, die Monate und das Jahr richten sich nach Sonne und Mond, die ihre eigene Umdrehungszeit haben. Und unsere Computer? Die kennen nur 0 und 1. Damit sind sie schneller als der Abakus der Chinesen, die in früherer Zeit wahre Rechenmeister waren.

Wenn Sie hochbegabte Mathematikerinnen des 20. Jhdt. kennen lernen wollen, dann sehen Sie sich den Film „Hidden Figures“ an. Schon der Titel spielt mit der Zweideutigkeit des Begriffs „Figures“, was im Englischen sowohl „Zahl“ als auch „Person“ oder „Figur“ heißen kann. Hier sind vier Afroamerikanerinnen die wahren Rechenmeisterinnen, die mit ihrem Talent die Raumfahrt möglich gemacht haben. Starke Frauen, die sich trotz mehrerer Benachteiligungen, 1. Frau; 2. Schwarz, im Süden der USA; 3. In einer Männerdomäne arbeitend, durchgesetzt haben, und schließlich auch die Anerkennung empfangen haben, die ihnen gebührte. Mathematik, eine Wissenschaft, die bereits in der Antike eine entscheidende Rolle spielte. Mit der Mathematik versuchte man die Welt und ihre Naturgesetze zu erklären.

Zu diesen Künsten und Wissenschaften zählte schon im Altertum die Astronomie und auch die Astrologie. Anhand der Sternkonstellationen ließen sich Wetterphänomene vorhersagen, Ebbe und Flut bestimmen, Schiffe über das Meer lenken und vieles mehr. Astronomie und Astrologie galten in der Antike nicht als getrennte Wissenschaften. Sie gehörten zusammen.

Die Astronomen beobachteten den Himmel und die Sterne, um daraus Naturgesetze abzuleiten, während die Astrologen aus der Position der Sterne zueinander, eine Bedeutung für das Leben der Menschen auf der Erde annahmen. Man glaubte, dass die Götter ihre Taten durch Himmelsphänomene ankündigen würden. Bis in das Mittelalter hinein waren Astronomen, die zugleich auch Astrologen waren, einflussreiche Wissenschaftler und Ratgeber an den Höfen der Kaiser, Könige und selbst bei den Päpsten.

Und so waren es zu der Zeit von Kaiser Augustus Sterndeuter aus dem Morgenland, die einen neuen Stern am Himmel entdeckten. Dieser Stern war außergewöhnlich mit seiner Leuchtkraft, und daher wollten sie der Sache auf den Grund gehen. Sie wälzten alte Schriften, ob sie irgendetwas finden könnten, was diesen Stern erklären könnte. Ein solch auffälliger Stern müsste doch eine besondere Bedeutung haben, ein wichtiges Ereignis ankündigen. In den Schriften fanden sich Hinweise, dass dieser Stern einen neugeborenen König ankündigen würde. Könige werden im Allgemeinen in der Hauptstadt eines Landes, in einem Schloss, einer Burg, einem Palast geboren. Also, so erzählt es die Bibel, wendeten sich die Astrologen nach Jerusalem, wo sie das Kind vermuteten. Dort haben sie mit ihrer Frage den regierenden König Herodes gehörig aufgeschreckt. Seine Schriftgelehrten fanden heraus, dass ein Kind in Bethlehem geboren werden sollte. Der Stern führte sie daher weiter nach Bethlehem und blieb über einem Stall stehen.

Die Sterndeuter haben eine lange Wegstrecke zurücklegen müssen, um dahin zu kommen, wo der Stern für sie seine endgültige Position am Himmel gefunden hatte und sie ihr Ziel erreicht hatten. So machen auch wir uns noch in jedem Jahr auf den Weg zur Krippe.

Mit dem 1. Advent beginnen unsere Vorbereitungen auf die Geburt Christi hin. Es sind vielfach Äußerlichkeiten, wie der Adventskranz, verschiedene Kerzen, Weihnachtskonzerte, Weihnachts-lieder, der Weihnachtsbaum und schließlich die Krippe. Und natürlich dürfen wir die ganzen Kekse und Stollen nicht vergessen. Das gehört für uns zu Weihnachten, wie auch die winterliche Stimmung, mit Kälte und Schnee, die sich aber leider nicht in jedem Jahr einstellt. Diese Äußerlichkeiten helfen uns, uns auch innerlich auf das Weihnachtsgeschehen einzulassen. Ein Gott, der als Kind in die Welt kommt und damit alles, was bisher galt, auf den Kopf stellt. Nicht mit Macht und Pomp, sondern mit Reden und Handeln, was die Menschen nicht nur beeindruckt, sondern sie begeistert. Diesen Geist spüren auch die Magier, als sie das Kind endlich finden. In einem ärmlichen Stall.

Diese Begegnung verwandelte sie und ließ sie auf einem anderen Weg nach Hause zurückkehren. So schreibt es Matthäus in seinem Evangelium zur Geburt Christi. Dieses Kind, das in ärmlichen Verhältnissen geboren wird, auf der Durchreise, wird auch in seinem späteren Leben kein festes Zuhause haben. Er wird als Wanderprediger durch seine Heimat ziehen und mit seinen Reden und Tun die Menschen in seinen Bann ziehen.

Natürlich hinterfragen wir heute die Geschichte, die uns Matthäus in seinem Evangelium berichtet. Wir wissen, dass es sich nicht so ereignet hat, aber dennoch feiern wir Weihnachten mit einem kindlichen Vertrauen, dass Gott diese seine Welt retten will und dazu ganz andere Mittel einsetzt, als wir uns das vorstellen können.

Ich wünsche Ihnen und uns eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Inge Gehlert
Verwaltungsratsvorsitzende

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© Foto: pixabay.com

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