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Für Sie gelesen: Artikel rund um Alltagsfragen

AEH |

In loser Folge gibt Hannelore Täufer, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Haushaltsführungskräfte (AEH) kommentiert Informationen weiter, die ihr beim Lesen der Tageszeitung oder verschiedener Newsletter auffallen.

Lasst euch was einfallen beim Kampf gegen den Hunger – ZEIT vom 25.11.2021 geschrieben von David Beasley, Exekutivdirektor des UN-Welternährungsprogramms (WFP)

Konflikte, Klimawandel und Corona-Krise – diese explosive Mischung hat Hunger und Armut weltweit in die Höhe schnellen lassen. Wenn wir nicht gegensteuern, drohen politische Destabilisierung, Wirtschaftskrisen und Migrationsbewegungen, deren Auswirkungen auf der ganzen Welt zu spüren sein werden.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ruft die neue Regierung dazu auf, die großen humanitäre Tradition Deutschlands zugunsten der bedürftigsten Menschen weltweit fortzusetzen.

Jeder zehnte Mensch auf diesem Planeten geht hungrig schlafen, 283 Millionen Menschen leiden akut an Hunger, 45 Millionen von ihnen stehen am Rand einer Hungersnot. Manche Länder wie Afghanistan stecken seit Jahrzehnten in einer tiefen Krise, die jetzt wieder aufflammt. Andere sind durch neue Notlagen betroffen, wie zum Beispiel Madagaskar durch eine klimabedingten Hungerkrise.

Doch es gibt Lösungen. Deutschland ist seit je einer der wichtigsten Verbündeten des Welternährungsprogramms im Kampf gegen den Hunger. Angesicht der weltweit steigenden humanitären Not ist diese Partnerschaft wichtiger denn je.

Wir zählen daher auf die neue Regierung in Berlin, dass sie die Budgets für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit beibehält  und sogar erhöht. Gleichzeitig muss die Finanzierung flexibel sein, denn moderne Krisen sind komplex und machen nicht an Staatsgrenzen halt.

Innovation ist dabei entscheidend. Vorhersagegestützte Maßnahmen, die ansetzen, bevor die Krise eintritt, sind der effektivste Weg, um der steigenden Zahl klimabedingter humanitärer Krisen zu begegnen, besonders in armen Ländern. Wir hoffen, dass Deutschland bei dieser Frage weiterhin eine Führungsrolle einnehmen wird.

Eines ist sicher: Wenn wir den Hunger nicht bekämpfen, nähren wir den Teufelskreis aus Konflikten, Instabilität, wirtschaftlichem Niedergang, der so viele der heutigen Krisen hervorbringt. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.

Persönliche Anmerkung: Die Ist-Beschreibung von David Beasley kennen wir. Bereits mehrere Jahre ist klar, dass Migration zu stoppen ist, wenn Möglichkeiten im Heimatland ein lebenswertes Leben verheißen. Der Goldtopf am Ende des Regenbogens (hier in Europa) darf nicht die Verheißung auf ein sattes Leben sein.

Die Probleme sind sehr komplex. Wirtschaftliche Interessen stehen den Interessen der Natur entgegen – aber ohne Natur ist unsere Erde absehbar nicht bewohnbar. Aber das ist doch eigentlich nicht das Problem der Natur. Sie wird sich wieder erholen, sie hat ja Zeit. Wir Menschen haben diese Zeit nicht.

Dazu ein Artikel, auch aus der ZEIT vom 25.11.2021 – geschrieben von Marcus Rohwetter

Regeln gegen das Roden

Um die Abholzung von Wäldern zu stoppen, erhöht die EU-Kommission den Druck auf die Wirtschaft

Die Nachricht aus Brüssel kam ganz leise daher, ungewöhnlich leise für ihre möglicherweise zu erwartende große Wirkung: Die Verordnung über „entwaldungsfreie Produkte“, deren Entwurf die Europäische Kommission vergangene Woche vorstellte, hat das Potenzial, die globalen Wertschöpfungsketten von Agrargütern entscheidend zu ändern. Sie zwingt europäische Unternehmen zu mehr Rechenschaft und nimmt sie in die Verantwortung für das, was sie im Rest der Welt anrichten: Wer seine Waren künftig im Europäischen Binnenmarkt verkaufen will, muss nachweisen, dass diese nicht zur kompletten Rodung von Wäldern geführt haben.

Vorausgegangen war die Erkenntnis, dass in den zurückliegenden 30 Jahren weltweit 420 Millionen Hektar Wald abgeholzt wurden. Das entspricht recht genau der Landfläche der EU. „Diese Prozesse werden vor allem durch die Ausdehnung der Landwirtschaft zwecks Erzeugung von Rohstoffen wie Soja, Rindfleisch, Palmöl, Holz, Kakao und Kaffee sowie einigen daraus gewonnenen Erzeugnissen vorangetrieben“, schreibt die Europäische Kommission. Einer Untersuchung der Umweltschutzorganisation WWF zufolge ist die EU indirekt, aufgrund ihrer Handelsbeziehungen, der weltweit zweitgrößte Zerstörer tropischer Wälder. Nur China ist demnach für noch mehr Rodungen verantwortlich.

Der Zusammenhang ist bekannt: Kaum oder gar nicht berührte Urwälder werden vernichtet, um Platz für Plantagen oder Nutztierweiden zu schaffen. Was die EU dagegen tun will, erinnert an das deutsche Lieferkettengesetz. Dieses neue, im Juni 2021 beschlossene Gesetz will den Schutz von Menschenrechten verbessern. Dafür nimmt es die Hersteller für das in die Pflicht, was ihre Zulieferer, Vertragspartner und Subunternehmer tun oder unterlassen.

Ein Schuhhersteller soll dem Gedanken des Lieferkettengesetzes nach also nicht mehr vorgeben können, er habe gar nicht gewusst, dass in einem der asiatischen Zulieferbetriebe seiner vielen Tochterfirmen das Verbot von Kinderarbeit missachtet wird. Ihm drohen dann trotzdem Bußgelder.

Die Europäische Kommission hat nun ein Gesetzgebungsverfahren in Gang gebracht, das diesen Gedanken auf den Schutz der Wälder übertragt. Am Ende soll jeder Kaffeeproduzent, jeder Möbelhändler, jeder Verkäufer von Schokolade, Rindersteaks und Lederjacken dafür sorgen, „dass nur entwaldungsfreie und legale Produkte auf dem EU-Markt zugelassen werden“. Andernfalls drohen Geldbußen und Verkaufsverbote.

Beim Lieferkettengesetz hatte die deutsche Industrie über den bürokratischen Aufwand geklagt. Und auch der neue globale Waldschutz bringt einen gewissen Aufwand mit sich. Herkunftsländer müssen klassifiziert werden, und Unternehmen müssen genaue geografische Angaben dazu machen, wo ihre Produkte angebaut oder hergestellt werden. Ein umfassendes System von Zertifizierungen soll sicherstellen, dass die Angaben stimmen. Einzelheiten dazu müssen noch erarbeitet werden.

Statt Kritik gibt es diesmal Zustimmung. Zum Schutz vor Entwaldung hatten einige Dutzend europäische Unternehmen sogar bereits im Frühjahr schärfere Vorschriften zur Transparenz entlang der Lieferkette gefordert – darunter Aldi, Lidl, Edeka, Danone und Ferrero. Der grüne Europaparlamentarier Sven Giegold bezeichnete den jetzt vorgelegten Entwurf als „einen wichtigen Schritt“. Europas Verantwortung für Lieferketten beginne in den Wäldern überall auf der Welt: „Produkte, die zur Waldzerstörung beitragen, gehören nicht auf den Europäischen Binnenmarkt.“

Mit dem Vorstoß wird deutlich, dass sich die Politik nicht mehr auf Selbstverpflichtung der Unternehmen verlassen will. Die ungezählten Initiativen mögen zwar im Einzelfall tatsächlich etwas gebracht haben. Im Großen und Ganzen haben sie das Problem der importierten Entwaldung aber nicht gelöst.

Persönliche Anmerkung: Tropische Wälder werden gerodet für: 10 % Rindfleisch, 24 % Palmöl, 31 % Soja! Rindfleisch, Sonnenblumen- oder Rapsöl und inzwischen auch Soja wird bei uns hier in Deutschland „gefüttert und angebaut“. Ist es nicht wieder die Frage des Konsums? Brauchen wir diese Menge an Kosmetik? Brauchen wir alle paar Jahre eine neue Einrichtung? Brauchen wir täglich Fleisch? Wir Verbraucherinnen und Verbraucher haben auch die Wahl – Produkte zu kaufen oder eben nicht und wir können nachfragen: Wo kommt das Produkt her? Wie wurde es be- und verarbeitet? Das kostet keinen Cent und ist ein kleiner Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

Ihre – Hannelore Täufer
Vorsitzende AEH

 

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© Foto: pixabay.com

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