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"Fit und vital mit 60+" - Auf was achte ich beim Kauf von Lebensmitteln?

AEH |

Veranstaltungsreihe von DEF/AEH und der Verbraucherzentrale Bayern.

Der DEF-Landesverband als Stützpunkt Verbraucherbildung im Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und die AEH konnten die gute Reichweite von Online-Veranstaltungen nutzen und eine sehr informative Reihe „Fit mit 60+“ aus dem Programm der Verbraucherzentrale Bayern anbieten. In drei Vorträgen erläuterten die Ernährungsberaterinnen der VZ Bayern Antje Wöbking und Ursula Liersch sowie Katja Wittmann sehr praktisch und publikumsnah, was sich denn jenseits der 60 Jahre und mehr so ändert und wie man gesund bleiben und Essen wie Leben genießen kann. Dabei ging es am ersten Abend unter dem Motto „Gutes Essen gesund genießen“ um gute Information und  jede Menge praktische Hinweise, wie man ohne lange Zähne hier vorankommen kann. Als Traum- und Vorbild diente hierbei Sardinien, wo eine pflanzenbasierte und abwechslungsreiche Kost Tradition hat und vielen Bewohnerinnen und Bewohnern ermöglicht, lange gesund zu bleiben. Was empfiehlt sich für unsere hiesigen Verhältnisse? Jeden Tag Gemüse und Obst als gesunde Basis, statt süßer Riegel vielleicht mal eine Handvoll Nüsse, deren Inhaltsstoffe sich gut für Herz und Kreislauf auswirken können, und dazu trotz nachlassendem Durstempfinden nicht vergessen, ausreichend zu trinken (1,5 l mindestens lautet die Empfehlung). Den Alkohol in Maßen, süße Säfte und Limonaden eher meiden und Wasser trinken oder sich selbst Schorlen bereiten. Ab und zu Fisch, natürlich auch Fleisch, bevorzugt Weißes vom Geflügel, beim Brot vielleicht doch auf das ballaststoffreiche Vollkornbrot achten. Nicht, dass die Zuhörerinnen von der AEH davon nicht auch vorher schon Kenntnisse gehabt hätten, aber das Wissen und die Tipps wurden in ansprechender Weise mitgenommen auf die Reise durch die Lebensmittelwelt. Es kann ein Erfolg für alle Seiten werden, und es ist keine Hunger- und Verzichtgeschichte, sondern kann Freude machen, sich so zu ernähren, dass es einer und einem selbst gut tut. Auch Fertiggerichte sind kein völliges No go, aber man kann sie sich selbst mit frischen Zutaten anreichern und vielleicht statt Wegwerfpackungen mit Soße lieber auf Tiefkühlkost zugreifen und Fleisch und Fisch brat- und kochfertig kaufen. Ein Tipp sind auch die oft vernachlässigten Hülsenfrüchte.

Mit solidem Ernährungswissen ausgestattet, führte der nächste Abend der Reihe in den Supermarkt. Hier galt es vor allem, die Zutatenliste zu studieren: Das Produkt oder die Zutat, mit der auf der Packung geworben wird, muss auch in dem Lebensmittel drin sein. Aber nicht an vorderster Stelle. Manches Produkt hat wenig von den angepriesenen gesunden Superfruits oder frischen Erdbeeren drin, dafür aber jede Menge versteckten Zucker! Beträchtliche Mengen, in Zuckerwürfel umgerechnet, finden sich etwa im Rotkohl oder Joghurt. Am besten, man geht mit Ruhe und ein bisschen Zeit durch die Regale, mit einem Einkaufszettel und niemals hungrig! Aufmerksamkeit verhindert, durch wohlklingende Produktnamen, schöne Packungsfotos oder gefärbtes Aussehen in die Einkaufswüste geschickt zu werden. Das EU-Blatt als Biosiegel, das alte deutsche Biosiegel in Wabenform sowie die Zeichen der Anbauverbände sind hilfreich, gute Nahrungsmittel zu finden. Es lohnt auch ein Preisvergleich nach der Mengenangabe. So kann die billigere Packung doch die teurere sein. Mit jeder Menge frischem Verbraucherwissen werden die Teilnehmerinnen nächstens nicht in die Produktfalle gehen!

Wer hat denn schon mal im Internet bestellt? Auch Lebensmittel? Das war der Knackpunkt der dritten Einheit. Zwar haben auch vor Corona schon Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel im Internet bestanden, die von Menschen mit Technikaffinität, wenig Zeit oder mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen genutzt wurden, aber die Wachstumsraten in diesem Markt sind mit der Coronakrise stärker gestiegen. Die Vorteile für den Einzelnen sind, dass der Einkauf schnell und bequem von zuhause aus geht, kein Parkplatz gesucht, nichts geschleppt werden muss. Die Nachteile? Sie können die Ware nicht wirklich sehen oder riechen und werden auch keinen kleinen Plausch mit einer Bekannten haben können, wie es in echt manchmal möglich ist. Ihre angelieferten Lebensmittel können je nach Anbieter beträchtlichen Verpackungsmüll bedeuten. Der Gang zum Markt bleibt ihnen erspart, aber nicht der zum Recyclingcontainer. _Außerdem, so wurde in der Sitzung eingewandt, haben die Fahrer, die die Lebensmittel bringen, hohen Zeitdruck und schlechte Arbeitsbedingungen. Das nächste Problem ist der Datenschutz. Auf die Möglichkeiten, nicht zuviel persönliche Daten preiszugeben, ging die Referentin ein. Zu den Nachteilen gehört auch, dass manchmal ländliche Gebiete nicht genügend gut beliefert werden. Wichtig ist vor allem, das Kleingedruckte bzw. die AGBs zu lesen, denn die Lieferung kann weitere Kosten für Kühlung, Behälter, Porto und Ähnliches enthalten. Aber natürlich ist Internethandel auch bei Lebensmittelhändlern auf dem Vormarsch und auch für kleinere Anbieter/Höfe über Gemüsekisten u.ä. eine sehr gute Möglichkeit, an neu und anders an Kunden in der Region zu kommen. Bei leicht verderblicher Ware ist eben immer der Lieferzeitpunkt wichtig, da die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf. Sollten Mängel festgestellt werden, muss eine Beschwerdemöglichkeit vorhanden sein. Bei Händlern, die nur eine Handynummer und keine Postadresse im Impressum ihrer Seite stehen haben, ist Vorsicht geboten. Die Skepsis gegenüber dem Online-Lebensmitteleinkauf ist noch groß. So wurde die Umfrage zum Abschluss, wer es denn nächstens mal probieren möchte, trotz des positiven und spannenden Vortrags von den meisten Teilnehmerinnen noch mit Nein beantwortet.

Bettina Marquis

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© Foto: pixabay.com

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