Ehemalige Präsidentin der OASE verstorben. Gedenken an Gudrun Braun
.1960 zog Gudrun Braun mit ihrem brasilianischen Ehemann nach Panamba im Süden Brasiliens. Dort begegnete sie erstmals der OASE, die seit 1899 die Frauenarbeit in der evangelischen Kirche Brasiliens stärkt. Über viele Jahrzehnte engagierte sie sich in dieser Bewegung – zunächst als Pfarrfrau, später als Präsidentin und Schriftführerin. Sie prägte die jährliche Arbeitshilfe maßgeblich mit. Ihre Verbundenheit wurde in der Familie liebevoll beschrieben: „Oma ist OASE.“
Heute umfasst die OASE rund 23.000 Mitglieder in 1.100 Ortsgruppen. Gudrun Braun trug wesentlich dazu bei, dass die Organisation Sitz und Stimme in der Synode der brasilianischen Kirche erhielt. Sie begleitete den Wandel von einer deutsch geprägten Kirche hin zu einer brasilianischen Kirche, die sich heute allen Bevölkerungsgruppen hin öffnet, nicht zuletzt den indigenen Gemeinschaften. Diesen Prozess unterstützte sie mit großem Einfühlungsvermögen.
Im Rahmen der DEF-Partnerschaft ergaben sich mehrere Begegnungen mit ihr. Sie führte Besucherinnen aus Bayern durch Projekte der OASE und zeigte, wie Frauen mit begrenzten Mitteln bedeutende soziale Arbeit leisten – besonders in Kinderkrippen und Förderprogrammen für Frauen. Ihre Offenheit und Zugewandtheit machten es ihr leicht, Vertrauen aufzubauen und Menschen zu ermutigen, insbesondere Frauen aus indigenen Gruppen.
Auch bei Besuchen in Bayern wirkte sie als Brückenbauerin zwischen Sprachen, Kulturen und kirchlichen Realitäten. Sie verstand es, die Anliegen der OASE verständlich und glaubwürdig zu vermitteln.
Ihr tiefes Vertrauen auf Gottes Wirken gab ihr Kraft und Zuversicht. Ihr Leitspruch „Dienet dem Herrn mit Freuden“ prägte ihr gesamtes Engagement. In einem ihrer Texte beschrieb sie die OASE als ein offenes Haus, in dem Menschen einander begegnen, zuhören, das Wort Gottes studieren und ihre Gaben entwickeln, um gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
Der DEF wird Gudrun Braun ein ehrendes Andenken bewahren.
Inge Gehlert

