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Erzabtei St. Ottilien – ein Klosterdorf 40 km westlich von München

Ortsverband: München |

Die Erzabtei St. Ottilien war das Ziel der Frauen des DEF-Ortsverbandes München, um dort an einer Führung durch die Klosteranlagen mit Pater Augustinus teilzunehmen.

Ein heißer Sonnentag machte die Wanderung durch eine wunderschöne, schattige Allee hin zum Kloster sehr angenehm.    

Nach der Stärkung im Emminger Hof stand Pater Augustinus bereit, um vor einer großen, bebilderten Infowand vieles Wissenswerte über Geschichte, Sehenswürdigkeiten, Kunst und Kultur zu erzählen. Besonders das Klosterpanorama gab eine eindrucksvolle Übersicht über das Klosterdorf.

Die Führung begann mit dem Besuch der Herz-Jesu-Kirche mit ihrem 75 Meter hohen Turm, Mittelpunkt und weithin sichtbares Wahrzeichen von St. Ottilien. Die Kirche wurde  1897 bis 1899 in neugotischem Stil errichtet und 1903 geweiht. Über 120 Jahre hinweg hat sich die Erzabtei zu der heutigen weit ausgedehnten Klosteranlage entwickelt, mit Gymnasium, Exerzitien- und Gästehaus, zahlreichen Werkstätten, einer großen Landwirtschaft und Gartenbau, Verlag und Druckerei.

Heute leben etwa 90 Missionsbenediktiner in einer Gemeinschaft, in der laut Pater Augustinus jedem Einzelnen eine Aufgabe zugeordnet wurde. Dieser Ort zeigt exemplarisch, wie sich benediktinisches Ordensleben mit den Herausforderungen der modernen Gesellschaft in Einklang bringen lässt. Im Übrigen: St. Ottilien ist das älteste Missionshaus in Deutschland.

Von hier brachen die ersten Mönche und Schwestern nach Ostafrika auf.

Weiter zum Friedensbrunnen: Monumentalskulpturen des auferstandenen Erlösers, des hl Benedikt und der hl. Ottilia aus rotem Sandstein werden durch einen Reliefbogen verbunden. Dieser zeigt Motive, welche das christliche Abendland charakterisieren.

Auf einer Anhöhe die Ottilienkapelle, einem Bau aus dem 15. Jahrhundert, der lediglich äußerlich mit einem barocken Kleid überzogen wurde.

Das Ottilienheim ist Teil des Exerzitienhauses, umgeben von einem „Garten der Stille“, das Einzelgästen, Gruppen und Kursen zur Verfügung steht.

In einem Teil des Klosters war vom Mai 1945 bis 1948 ein Hospital für befreite KZ-Häftlinge und jüdische Kranke untergebracht. Ein jüdischer Friedhof zeugt davon noch heute.

Ein Highlight für Frauen war das Nähmaschinen-Museum. Die Ausstellung zeigt eine Zeitreise durch 140 Jahre Geschichte der Nähmaschine  von einem der ersten funktionstüchtigen Modelle von 1866 bis hin zur elektrisch betriebenen Tischnähmaschine. 380 ausgewählte und liebevoll restaurierte Maschinen aus aller Welt werden hier gezeigt. Eine umfangreiche Sammlung von Kinder- bzw. Puppennähmaschinen rundet die Sammlung ab.

Weiter zum Haus der Feuerwehr St. Ottilien. Dies ist die Freiwillige Feuerwehr der Abtei des Benediktinerordens, welche im Jahr 1907 zum Selbstschutz gegründet wurde. Sie übernimmt heute jedoch vielfältige Aufgaben, ihre Mannschaft ist aus den Mönchen des Klosters rekrutiert.  Zudem betreuen die Ottilianer alle 72 Feuerwehren des Landkreises Landsberg als Feuerwehrseelsorger.

Der Eos-Verlag -Druck ging aus der alten Missionsdruckerei St. Ottiliens hervor und ist heute ein Fachverlag für Theologie,  Kirche und Geisteswissenschaften. Die Druckerei  bietet einen umfassenden Service im Bereich der Printmedien.

Der Gebäudekomplex östlich des Klostergebäudes beherbergt das Rhabanus-Maurus-Gymnasium für etwa 700 Schüler. Seit 1973 steht die Schule auch für Mädchen offen. Den historischen Kern bildet das ehemalige Schwesternkloster St. Katharina von 1891, das heute als Tagesheim genutzt wird.

Die benediktinische Grundregel: Von der eigenen Hände Arbeit leben!

Die Mönche von St. Ottilien bewirtschaften ein 500 Hektar großes landwirtschaftliches Anwesen mit Ackerbau, Rinderzucht und Milchwirtschaft, Schweinemast und Hühnerhof. Zusammen mit den Produkten aus der Klostergärtnerei und den Obstgärten wird eine autarke Versorgung für Mönche und Gäste angestrebt, was übrig bleibt wird vermarktet. Auch was das Handwerk betrifft, ist das Kloster kaum auf fremde Hilfe angewiesen. Von Schreinerei über Metzgerei und Elektrowerkstatt bis Bäckerei und Landmaschinenwerkstätte ist alles vorhanden.

Mit der Realisierung des Kräutergartens wird die monastische Tradition des Anbaus von Nutz- und Heilpflanzen innerhalb des Klosterbereiches aufgegriffen. Im benachbarten Bienenhaus wird Honig zum Eigenverbrauch und zum Verkauf erzeugt. 

Für die Milchwirtschaft wurde im Jahr 2010 ein neuer Milchviehstall für ca. 170 Milchkühe eingeweiht. Diese werden zweimal am Tag gemolken. Am Nachmittag findet das Melken im großen Melkkarussell täglich zwischen ca. 14.30 Uhr und 15.30 Uhr statt. Die Besucher können von einer Tribüne aus zusehen. (Leider hat unsere Zeit für dieses Spektakel nicht ausgereicht!)

Mit großem Dank verabschiedeten wir Pater Augustinus, der so bereitwillig all unsere Fragen beantwortet hatte.

Bei Kaffee und Eis im Klostergasthof  tauschte man Erlebnisse aus, welche diese ausgedehnte Führung hervorgerufen hatten.

Einem Stöbern im Klosterladen folgte noch der Besuch des Hofladens. Hier werden verschiedene Produkte aus Eigenerzeugung angeboten: Eier, Brot, Käse, Wurst und Fleischwaren, Nudeln, Honig, Weine, Obstbrände,  Apfelsaft u.a.; sowie Obst und Gemüse aus eigenem Anbau. 

Beeindruckt von diesem Ort der Stille, die Geborgenheit ausstrahlte, machten sich die Frauen am Spätnachmittag wieder auf die Heimfahrt nach München.

Hildegard Krauss

 

 

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Foto: OV München

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