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Aktueller Anlass zeigt: Gesetzeslücken bei Deepfakes müssen endlich geschlossen werden

In Deutschland sorgen derzeit schwerwiegende Anschuldigungen gegen Christian Ulmen für Aufsehen. Schauspielerin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann vor, über Jahre hinweg falsche Online-Profile in ihrem Namen erstellt, Männer aus ihrem Umfeld kontaktiert und anschließend manipulierte pornografische Inhalte verschickt zu haben. Damit wird nun einer breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt, wie real und wie zerstörerisch die Bedrohung durch KI‑manipulierte Bilder und Videos inzwischen ist. Auch hat die große mediale Berichterstattung deutlich gemacht, wie leicht Deepfakes heute erstellt und verbreitet werden können.

Gerade Frauen erleben diese Dynamik jedoch in einer besonders verletzenden Form: Sexualisierte Deepfakes sind längst ein Massenphänomen digitaler Gewalt. Die Vorwürfe haben damit – unfreiwillig – ein Schlaglicht auf ein Problem geworfen, das Frauen und Mädchen seit Jahren betrifft, aber politisch und juristisch noch immer unzureichend adressiert wird.

Die öffentliche Debatte der letzten Wochen zeigt:

  • Deepfakes sind kein Randphänomen mehr, sondern ein strukturelles Risiko für Persönlichkeitsrechte.
  • Frauen sind überproportional betroffen, insbesondere durch sexualisierte Inhalte.
  • Die bestehenden Gesetze greifen nicht.

Dies zeigt eindrücklich, wie notwendig die Forderungen des Bayerischen Landesfrauenrates sind, die dieser im Januar 2026 veröffentlicht hat: Sexualisierte Deepfakes müssen endlich als eigenständige Form digitaler, bildbasierter sexualisierter Gewalt anerkannt und strafrechtlich klar geregelt werden. Nur so lässt sich das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung wirksam schützen – und nur so kann verhindert werden, dass digitale Technologien bestehende Ungleichheiten weiter verschärfen.

„Die aktuellen Deepfake‑Vorwürfe von Frau Fernandes machen deutlich, wie verletzlich jede und jeder von uns geworden ist – doch Frauen trifft diese digitale Gewalt mit voller Wucht. Wir dürfen nicht warten: Der Gesetzgeber muss jetzt handeln, “ so Katharina Geiger, Mitautorin des Forderungspapiers und geschäftsführende Vorständin des Deutschen Evangelischen Frauenbundes, Landesverband Bayern.

Im Anhang: Forderungspapier des Bayerischen Landesfrauenrates „KI und Deepfakes“, hrsg. 26. Januar 2026

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