Was für ein Vertrauen!

Demokratie

Zum Kirchentag in Dortmund

So lautete das Motto des diesjährigen Evangelischen Kirchentages in Dortmund, der gestern mit einem beeindruckenden Gottesdienst beendet wurde.  Viele junge Menschen waren in den Gottesdienst im Stadion  von Borussia Dortmund (BVB) eingebunden. Interessant auch die Banner des BVB, „Borussia verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen“ die im Fernsehgottesdienst manchmal eingeblendet wurden. Hier ging es um die Heimat der Menschen im BVB.  Alle Menschen, auch  Frauen sind willkommen. Nationalismus und Rassismus haben auch im Sport keine Heimat.

Eine Sprecherin, die von der Liebe sprach, stand neben einem Plakat für den BVB mit dem Spruch „Echte Liebe“.

Kleinigkeiten, die den Verantwortlichen vielleicht gar nicht bewusst waren, aber von den Fernsehkameras aufgegriffen wurden.

Was für ein Vertrauen ! Dieser Spruch ist in unserer Zeit häufig mit einem Fragezeichen versehen. Wie kannst Du nur vertrauen? Misstrauen ist angesagt. Ist es das wirklich? Brauchen wir nicht Vertrauen, Vertrauen als Baby in unsere Eltern, die uns das Urvertrauen lehren und dann, Vertrauen in dem Freundeskreis, Vertrauen, dass es die LehrerInnen gut mit den SchülerInnen meinen. Im Elternhaus, im Kindergottesdienst und im Religionsunterricht lernen wir das Vertrauen in Gott und seinen Sohn Jesus kennen. Wir hören die Geschichten vom guten Hirten, vom verlorenen Sohn, dass Gott keinen Menschen aufgibt. Dieses Vertrauen in Gottes Handeln, dass er es mit der Welt gut meint, wollte der Kirchentag aufzeigen. Mut zum Handeln, Vertrauen in die eigene Stärke in Zusammenarbeit mit anderen, damit sich etwas bewegt, sich etwas ändert, die Verzagtheit aufhört. Dazu ruft uns dieses Wort auf.

Aber auch zu Geduld, denn wir können die Welt nicht alleine retten.  

Die Kollekte des Sonntags ging zum einen an die zivile Seenotrettung, die mit ihren Überwachungsflügen auf Flüchtlinge in Seenot aufmerksam machen kann, und zum anderen an ein Hilfsprojekt von Brot für die Welt in Äthiopien, wo Flüchtlinge aus dem Südsudan aufgenommen werden. Was wir oft nicht bedenken, ist, dass die meisten Flüchtlinge innerhalb Afrikas, oft innerhalb ihres eigenen Landes flüchten. Nach Europa kommt nur eine geringe Anzahl.

Zu Beginn des Gottesdienstes wurde noch ein Interview mit dem Ratsvorsitzenden der EKD, Bischof Bedford-Strohm eingeblendet, in dem er von seinem Besuch in Italien berichtet und seinen Gesprächen mit Flüchtlingen, die er aber nicht auf dem Schiff besuchen durfte, sondern nur von einem Schlauchboot aus, mit ihnen sprechen konnte. Obwohl auch deutsche Städte die Aufnahme von Flüchtlingen zugesagt haben, haben die Regierungen bisher die Einreise nicht gestattet, sodass die Menschen  noch auf dem Schiff ausharren müssen.

Auf diese Problematik hat auch der Abschlussgottesdienst hingewiesen.

Leider war der DEF in diesem Jahr nicht auf dem Kirchentag mit einem Stand vertreten. Wir hatten keine Frauenpower vor Ort, dass wir das aus Bayern  hätten stemmen können.      

Aber auf dem nächsten Ökumenischen Kirchentag vom 12.-16. Mai 2021 in Frankfurt/Main werden wir wieder mit dabei sein. 

Inge Gehlert,

DEF-Landesvorsitzende