Franz Marcs Skizzenbuch und das Motiv der Lesenden

Studienfahrt des Ortsverbands Oberland nach Kochel am See

Bei allerbestem Wetter machte sich der Ortsverband Oberland auf, das Franz-Marc-Museum in Kochel zu besuchen.

Franz Marc (1880 – 1916) gehörte zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts in Bayern. In der Gegend von Kochel betrieb Marc seine Malstudien. 1908 zog er endgültig ins Oberland und kaufte in Ried ein Haus. Die Landschaft um Kochel nannte er sein „Blaues Land“.

Das Franz-Marc-Museum zeigt aktuell zwei Ausstellungen. Die erste widmet sich den "Zeichnungen, Aquarellen und Gouachen" Marcs. Franz Marc hatte immer ein Skizzenbuch bei sich, um schnell Inspirationen, besondere Momente festzuhalten. Neben zahlreichen Skizzenbuchblättern waren Aquarelle und Gouachen zu sehen, in denen man auch die Entwicklung seiner Arbeiten beobachten konnte.

Die zweite Ausstellung nennt sich "Lektüre - Bilder vom Lesen - Vom Lesen der Bilder".

Ein Zitat von Walter Benjamin sagt: „Die Zerstreuung heute ist so groß, dass wir nicht mehr in die Stille eines Buches vordringen können.Die dargestellten Lesenden in der Ausstellung sind meist Frauen. In ein Buch vertieft und dem Alltag und der Außenwelt entrückt liegen sie auf einer Chaiselongue, sitzen in einem gemütlichen Lehnstuhl oder beugen sich über den Küchentisch beim Lesen ihrer Lektüre. Selbst ein Kind auf dem Schoß seiner Mutter schaut ganz gespannt mit in das Buch, obwohl es selbst noch nicht lesen kann. Gerade diese Selbstvergessenheit faszinierte und animierte viele Maler wie Auguste Renoir, Lovis Corinth, August Macke, Pablo Picasso, um nur einige zu nennen.

Nachdem wir uns an den Bildern sattgesehen hatten, besuchten wir zum gemeinsamen Mittagessen die Gaststätte „Grauer Bär“ in Kochel mir sehr guter Küche und wunderbarem Ausblick auf den See. Dort erzählte uns Frau Oloff noch allerhand Wissenswertes über Franz Marc und über den Schmied von Kochel, dessen Denkmal in der Ortsmitte zu sehen ist.

Am Nachmittag machten wir uns dann sehr zufrieden wieder auf den Heimweg. Wir alle haben den Tag sehr genossen und freuen uns schon auf einen nächsten Ausflug.

 

Gisela Stübing