Mariana Leky: Was man von hieraus sehen kann

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Mariana Leky Was man von hieraus sehen kann

Seit hunderten von Jahren lassen sich Menschen von Geschichten verzaubern.

Deshalb verwundert es nicht, dass das Buch von Marina Leky seit Wochen und Monaten auf den Bestsellerlisten zu finden ist. Ihr Roman spielt in den frühen 1980er Jahren in der deutschen Provinz, genauer in einem Dorf im Westerwald. Lustvoll erzählt die Autorin von den eigenwilligen Menschen dieser
Dorfgemeinschaft, sie erzählt von seltsamen Ereignissen und sie erzählt von Hoffnung und natürlich auch von der Liebe.

Auf einer Anhöhe steht das Haus von Selma, der Großmutter von Luise und dieses Haus entwickelt sich zum Zentrum der Geschichte. Selma ist der Dreh- und Angelpunkt nicht nur für ihre Enkelin Luise, sondern für viele der Dorfbewohner. Ganz besonders auch für den Optiker des Ortes, von dem alle wissen, dass er schon seit Jahren in Selma verliebt ist, doch er weiß nicht, wie er ihr das sagen soll. Alle wissen um diese heimliche Verehrung, die abergläubische Elsbeth und auch die mürrische Marlies wissen es. Noch eine Besonderheit geht von Selma aus: Wenn sie von einem Opaki träumt, wird es unruhig im Dorf, denn innerhalb der nächsten 24 Stunden stirbt jemand. Die Nachricht von ihrem Traum verbreitet sich in Windeseile im Ort und mit dem Wissen davon zeigt sich auch so manche skurrile Eigenschaft der Bewohner.

Daneben wird die Geschichte von Luise, der Enkelin, erzählt, die im ersten Teil des Buches (Anfang der 1980er) zehn Jahre alt ist. Im zweiten Teil macht sie in der nahen Stadt eine Ausbildung zur Buchhändlerin und begegnet Frederik, ihrer großen Liebe. Im dritten Teil ist Luise Anfang dreißig und muss nun endlich eine Entscheidung für ihr Leben treffen.
Dieser Roman ist keine Schauergeschichte, sondern eine ebenso leicht-fröhliche wie nachdenkliche Lektüre. Es ist eine Unterhaltung, die Wärme vermittelt und den Leser mit einem Lächeln zurücklässt. Ein Buch für den Sommer und den Urlaub.

DuMont Verlag, ISBN 978-3-8321-9839-8; 20 €
Marianne Jauernig-Revier, Schweinfurt