Tag der Arbeit - Gilt der Feiertag am 1. Mai auch für die Hausarbeit?

Die Anfänge des Feiertages am 1. Mai lassen sich recht genau datieren: Zu Beginn des Jahres 1886 rief die nordamerikanische Arbeiterbewegung zur Durchsetzung des Achtstundentags zum Generalstreik am 1. Mai auf. Dies geschah in Anlehnung an die Massendemonstration am 1. Mai 1856 in Australien, welche ebenfalls den Achtstundentag forderte. Der 1. Mai wurde gewählt, da an diesem Tag, dem moving day, in diesen Ländern traditionell der Beruf oder Wohnort gewechselt wurde. 1889 wurde dann auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. Im Jahr darauf kam es zum ersten Mal an diesem „Protest- und Gedenktag“ zu Massenstreiks und Massendemonstrationen in der ganzen Welt.

In Deutschland erklärten die Nationalsozialisten 1933 den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag, als „Tag der nationalen Arbeit“, um dann tags darauf die Gewerkschaften in Deutschland gleichzugeschalten und die Gewerkschaftshäuser zu stürmen. Im Jahr 1934 wurde der 1. Mai durch eine Gesetzesnovelle dann zu einem „Nationalen Feiertag des deutschen Volkes“.

In der DDR und weiteren sozialistischen Ländern wurde der 1. Mai als „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“ mit aufwändigen Mai-Paraden begangen, das Symbol des 1. Mai ist die rote Nelke, und in der Bundesrepublik ist der 1. Mai seit 1946 wieder ein gesetzlicher Feiertag, dessen Bezeichnung aber von Bundesland zu Bundesland variiert.

Die Aktionen und Berichterstattung sind am 1. Mai immer an den Problemen der Erwerbstätigen orientiert. Aber was ist mit den Menschen, überwiegend Frauen, die unentgeltlich die Hausarbeit machen? Bekommen sie an diesem Tag auch frei oder erhalten eine rote Nelke? Werden ihre Leistungen an diesem Tag gewürdigt? Vielleicht sollten wir auch auf die Straße gehen und für gerechte Anerkennung und Würdigung dieser Arbeit demonstrieren – oder einfach die Hausarbeit einen Tag ruhen lassen! Aber leider erledigt sich „das bisschen Haushalt“ nicht von allein und vieles wartet bedauerlicherweise dann am nächsten Tag geduldig auf uns…

Katharina Geiger

 

Bild: Rote Nelke, pixabay