„Streaming, Netflix und Co.“ – Videoportale als Alternative oder Ergänzung zum klassischen Fernsehprogramm

Verbraucherbildung

München - Fernsehen ist ja Glückssache, denn was kommt, entscheiden andere. Aber mit den Mediatheken der Sender, und auch mit den Videoportalen kann man sich unabhängiger machen und sein Programm selbst gestalten. Wie das geht, zeigte die Vorsitzende der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Medien (EAM) Sabine Jörk in einem Vortrag/Workshop im Stützpunkt Verbraucherbildung Bayern im DEF Landesverband in München. Eine ganze Welt für sich ist das kostenlose Videoportal You tube, das die Kommunikationswissenschaftlerin als Erstes vorstellte. Es hat inzwischen schon seine eigene Geschichte, denn neben vielen Millionen Beiträgen, Filmen vor allem, aber auch Musikstücken, Videos, Bastel- und Betriebsanleitungen und und und steht auch immer noch der erste You Tube Beitrag „Me at the Zoo“ von You Tube Mitgründer Jawed Karim im Netz, woran Sabine Jörk einmal erinnerte. Wann war das? Man möchte meinen, in den Siebzigern, längstens Achtzigern, aber die Entwicklung ist ja sehr schnell: Es war 2005. Der Zugang in diese Welt ist einfach, die Benutzung kostenfrei. Natürlich, alle wissen, dass sie mit ihren Daten für die Benutzung bezahlen müssen, mit dem Ausforschen und Verkaufen der Informationen. Und diese Daten gehen alle an den Datenriesen, der You Tube schon 2006 gekauft hat: Google. 2011 kam sogar der Deutsche Evangelische Frauenbund einmal auf You Tube, im Rahmen eines Interviews mit Heinrich Bedford Strohm. Damit sind die Evangelischen Frauen nicht gerade You Tuberinnen, wie der Fachbegriff für Trendsetterinnen in Lifestyle, Mode und Popkultur mit Hunderttausenden Klicks und Followern lautet. Eine beliebte Anwendung führte zum Ausgangspunkt Videoportale als das andere Fernsehprogramm zurück: Da die Mediatheken der Öffentlich Rechtlichen Sender Filme und Beiträge nach einiger Zeit vom Netz nehmen müssen, kann man die Sendungen auch nach Ablauf der Frist in You Tube finden und ansehen oder weiterempfehlen. Besonders beliebt: Die Kollektion der Tatort-Sendungen! Ausprobiert wurden auch die kostenpflichtigen Videoportale Maxdome, Amazon und Netflix. Das erste ist ein deutsches Portal, und in der Eigenwerbung „Deutschlands größte Online-Videothek“ klingt noch ein bisschen was von den früheren Videotheken an: Das waren Läden, in die man gehen konnte und sich ein Video für Zuhause ausleihen konnte. Diese Einkäufe macht man nun im Internet. Nur dass es in dem Laden nun nicht mehr ein eingeschränktes Angebot an Filmen gibt wie früher, sondern über 50 000 Titel angeboten werden! Es können auch noch Filme einzeln zum einmaligen Ansehen gegen Gebühr geliehen oder klassisch gekauft werden, aber das Abo-Geschäft ist das eigentlich interessante, für Netflix und Co. wie für die Kundinnen und Kunden. Man kauft einen Vertrag für unter zehn bis 15 Euro im Monat oder teurere Premium-Tarife, und kann unbegrenzt gucken. Es guckt auch nicht nur eine Person, sondern die ganze Familie mit je eigenen Unterkonten, auch bis zu 4 Geräte gleichzeitig, und dem Abtauchen in die Filme und Serien zu jeder Tages- und Nachtzeit sind keine Grenzen mehr gesetzt.