17 Ziele für die Welt

Demokratie Verbraucherbildung

Das UN-Programm für die nach-haltige Entwicklung auf der Erde

Die Welt verändert sich rasch, davon sind wir alle Zeuginnen. Die menschengemachte Entwicklung ist in vielen Gebieten so rasant, dass man kaum mehr damit Schritt halten kann. Längst nicht alle Menschen auf der Welt haben Teil an den Entwicklungen der modernen Welt. Sie haben oftmals nicht den Zugang zu gesunder Ernährung, reinem Wasser, zu Gesund­heit und medizinischen Maßnahmen, zu Bildung, mit der sie sich selbst eine Grundlage für ihr Leben ver­schaffen können. Arbeitslosigkeit ist ein weltweites Phänomen, schüttelt aber auch hochentwickelte west­liche Gesellschaften mitten in Europa durch.

Armut ist relativ, aber sie muss in allen Gesellschaften rund um den Globus bekämpft werden. Zwar konnte in den sogenannten Millennium-Entwicklungszielen, die sich die UNO 2000 bis 2015 gab, schon einiges erreicht werden und die bittere Armut in vielen Län­dern der Erde um die Hälfte reduziert werden, jedoch ist gerade die Armut weltweit noch immer groß. Selbst in so reichen Ländern wie unseren gibt es Armut, auch wenn niemand mehr verhungern muss. Armut in einem reichen Land heißt ausgeschlossen sein von vielem, was alle anderen machen und sich leisten können. Vor allem alleinerziehende Frauen und Rentnerinnen, aber auch Kinder haben darunter zu leiden.

Hier greift die UNO mit ihrem Programm, den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“ (Global Goals for Sustainable Development) ein. Es sind die soge­nannten „SDGs“, das bedeutet „Sustainable Develop­ment Goals“ = „Ziele für nachhaltige Entwicklung“. Die Vereinten Nationen haben sie auf ihrer Vollver­sammlung im Herbst 2015 beschlossen. Sie sollen die früheren Weltentwicklungsziele von 2000 bis 2015 er­setzen. Waren diese aber noch rein auf Entwicklungs­zusammenarbeit und den Menschen allein bezogen, so richten sich die 17 neuen Ziele für die Welt auch auf den Erhalt unserer Lebensgrundlagen, auf die Natur aus.

Denn Umwelt- und Klimaschutz hängen mit der sozialen Entwicklung der Menschen in ihren Staaten und Ge­sellschaften eng zusammen. Sie bedingen sich gegen­seitig, eines kann nicht ohne das andere sein. Also war es sinnvoll, diese beiden Seiten, Umwelt und Soziales, miteinander zu verknüpfen. Die 17 Ziele sind natürlich keine Gesetze. Aber die Menschheit kann sich durch diese Ziele einen Rahmen für ihre eigene Weiterentwicklung, für einen schonenderen oder zumindest achtsamen Umgang mit ihren eigenen Lebensgrundlagen geben. In dreimal fünf Jahren soll die Menschheit sich um die Verwirklichung dieser Ziele bemühen, daher heißt der Prozess auch „Agenda 2030“.

Das ist ein gutes Thema auch für Hauswirtschafte­rinnen, für Umweltinteressierte, für „Klimaretterinnen“ und Verbraucherschützerinnen, für Christinnen und Bürgerinnen. Es ist auch ein gutes Thema für einen Frauenverband wie den DEF, denn das Fortkommen der Frauen und ihre Stellung in der Gesellschaft ist immer und überall ein wichtiger Gradmesser für die Entwicklung. Die Einzelnen können etwas tun, umso mehr ein Verein oder ein Verband. Hier sind auch wir engagiert mit dabei.

Damit die 17 Ziele aber nicht so abstrakt bleiben, wie sie anfänglich wirken, ist es gut, sie sich einzeln anzuschauen und sie auf konkrete Dinge zu übertra­gen. Im Garten und auf dem Balkon kann eine Frau gleich mehrere Ziele erfüllen, etwas für die Gesund­heit und das Wohlergehen tun, das Wasser sauber halten, das Leben im Wasser und an Land schützen. Die Tansaniahilfe oder ein Projekt in der eigenen Stadt ist vielleicht eine Entwicklungspartnerschaft. Ein fairer Handel verringert Armut und Ungleichheit, ermög­licht Arbeit und Bildung in anderen Erdteilen. Aber auch bei uns kann die Wirtschaft, die Bildung und Forschung, kann die Arbeit verbessert und menschen­würdiger gemacht werden. Und in den westlichen Gesellschaften hat man sich auf den Weg zu Sauberer Energie gemacht, die die Ressourcen schont und nicht zu einer weiteren Verschlechterung des Weltklimas führen soll.

Das ist auch ein Thema für den DEF, für die AEH und die EAM. Wir werden unsere vielfältigen Aktivitäten bewusst mit einzelnen der 17 Ziele vergleichen und verknüpfen. Denn alles hängt mit allem zusammen. Das ist nicht langweilig, sondern es ist eine Weltreise, und ein glückliches Nachhausekommen. Es ist eine Geschichte aus dem Leben und für das Leben.

Bettina Marquis